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10 Jahre selbständig

Am 1. März 2005 habe ich die Reise in eine spannende Welt angetreten. Die Welt der Selbständigkeit. Mit diesem Beitrag starte ich eine 10-teilige Serie mit persönlichen Einblicken aus 10 Jahren Selbständigkeit.
01.03.2015  |  Autor: Sascha Theobald  |  17 Kommentare

Im Januar 2005 sage ich es meiner Chefin: Ich werde gehen. Ich werde die Agentur, die ich mit aus der Taufe gehoben habe, verlassen und mein eigenes Unternehmen gründen.

Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Einen sicheren Job. Viele träumen genau davon. Aber ich merke, dass ich an Grenzen stoße. Die Projekte sind immer mehr »business as usual« und meine Anregungen, neue Wege zu gehen, fruchten nicht. Aber ich will mich menschlich und fachlich weiterentwickeln. Ich weiß, dass mir der Job so nicht mehr lange Spaß machen wird.

Kurz nachdem ich die Arbeitswelt betreten hatte, war klar, dass ich mich mal selbständig machen werde. 2004 häufen sich die Signale, dass es nun endlich Zeit wird. Ich bin unzufrieden und will Entwicklungen selber in die Hand nehmen. In der Silvesternacht dann der finale Entschluss. Jetzt geht es los.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit – ein großer für mich

Die Anmeldung beim Finanzamt geht flott und freundlich. Aber meine zukünftige Hausbank überrascht mich. Ich habe erwartet, mit einem kurzen Formular mein Geschäftskonto eröffnen zu können und gehe spontan in die Filiale. Dort werde ich erst mal abgebremst. Ich soll mit meinem Businessplan wiederkommen und einen Termin vereinbaren. Huch! Ein Businessplan für ein Geschäftskonto ohne Dispo oder Vergleichbares? Gut, dass ich eh einen Businessplan geschrieben habe. Der Filialleiter beäugt meinen Plan kritisch und stellt die eine oder andere Frage. Dann lächelt er zufrieden und legt mir das Formular vor. Auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, dass man mir ein Geschäftskonto verweigert – diese kritischen Augen, die besonders auf die Zahlen schielen, machen ein wenig kribbelig.

Den März verbringe ich hauptsächlich damit, mein Corporate Design zu gestalten, Geschäftsausstattung und Website zu erstellen und Texte zu schreiben. Als Marketing-Mensch war klar, dass hier alles vom ersten Tag an stimmen muss. Die Zeit dafür habe ich eingeplant und das halte ich auch für wichtig. Danach konnte ich mich ganz den ersten Kundenprojekten widmen.

Jeder dieser Schritte fühlt sich spannend und besonders an. Alles was ich mache, mache ich wirklich für mich. Aus voller Überzeugung und mit einem klaren Ziel: Mein eigenes Business.

Was heißt das eigentlich: Sich selbständig machen?

Selbständig = selbst und ständig. Mit diesem genervten Unterton. So definieren immer noch viele Menschen das Thema Selbständigkeit. Was für eine schreckliche Vorstellung. Für mich bedeutet Selbständigkeit, dass ich ständig ich selber sein kann.

Während meiner Selbständigkeit habe ich viel über mich gelernt und mich als Mensch und Fachmann weiterentwickelt. Ich bin selber für mein Business und mein Leben verantwortlich. Ich bin dafür verantwortlich, wie ich meine Kunden begleite. Früher habe ich mich den bestehenden Strukturen untergeordnet. Die Geschäftsführung gibt die Marschroute vor und hat das letzte Wort.

Nun steht mein Name auf dem Briefpapier und auf der Website. Ich führe das Erstgespräch mit dem Kunden und hake nach, wenn das Geld nicht reinkommt. Ich schreibe Texte für die Website und putze das Büro. Ich gestalte eine Website und mache die Buchhaltung. Was für viele gruselig klingt, ist für mich pure Selbstbestimmung und Selbstverantwortung – die ureingentlichste Form des Lebens.

Ureinwohner oder Alien?

Auch wenn für mich die Selbständigkeit die natürlichste Form des Lebens ist. In der sicherheitsbedachten Welt fühle ich mich dann doch öfter mal wie ein Alien. Viele Angestellte können meine Welt nicht verstehen. Sie kennen das einfach nicht. Sie arbeiten in vorgegebenen Strukturen, geben eine ordentliche Portion Verantwortung nach oben ab und erhalten pünktlich ihr festes Gehalt.

Genauso wie viele Festangestellte ihre (gefühlte) Sicherheit nicht aufgeben möchten, möchte ich als überzeugter Selbständiger meine Selbstbestimmung nicht mehr missen.

Eine Welt voller Entdecker?

Anfang 2005 erzähle ich meinem Umfeld, dass ich mich selbständig machen werde. Auffällig viele antworten, dass sie das ja auch schon überlegt hätten. Aber … mal schauen. Wirklich gemacht hat es von ihnen niemand. Ich bin stolz darauf, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Es ist eine aufregende Reise auf der immer wieder Neues entdeckt werden will. Das hat die letzten 10 Jahre unglaublich wertvoll für mich gemacht.

Wie erleben Sie Ihre Selbständigkeit? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Würden Sie anderen Menschen empfehlen, diesen Schritt auch zu gehen? Ich freue mich auf Ihre Meinung in den Kommentaren.

Morgen geht es in der Serie weiter mit Ängsten und einem Plan B.

Porträt Sascha Theobald

Sascha Theobald

Kommunikationsstratege & Webdesigner

Ich helfe Unternehmen durch eine klare und stimmige Kommunikation wirkungsvoll Wunschkunden zu gewinnen. Mit klaren Botschaften heben sich Dienstleister vom Wettbewerb ab und schaffen Vertrauen.

Meine Spezialitäten: KlarMacher-Workshop & blogmanufaktur

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Kommentare zu diesem Artikel

Linda  |   1. März 2015 um 16:12 Uhr

Lieber Sascha,
Herzlichen Glückwunsch zu den ersten zehn Jahren Selbständigkeit! Alles Gute in der Zukunft!
Liebe Grüsse, Linda

Nessa Altura  |   1. März 2015 um 16:57 Uhr

Ebenfalls Glückwünsche! Ist doch eine tolle Sache, das!
Nessa

Andrea Stanke  |   1. März 2015 um 17:08 Uhr

Congratulations, lieber Sascha.
Freut mich sehr, dass Du Deinen Weg gefunden hast. Bin gespannt, wohin Dich Dein Unternehmergeist noch trägt. *merci* für all die inspirierenden Gespräche und gemeinsamen Projekte.
Liebe Grüße & bis bald, Andrea

Nicolas Scheidtweiler  |   1. März 2015 um 18:49 Uhr

Sascha,

Tolle Idee mit der Blog-Serie zu Deiner Gründung. Ich bin gespannt, ob es vergleichbare Situationen und Herausforderungen gibt.

Viel Erfolg weiterhin!

Nicolas

Sascha Theobald  |   1. März 2015 um 21:01 Uhr

Vielen Dank für Eure Glückwünsche. :-)

Sandra Dirks  |   2. März 2015 um 07:04 Uhr

Lieber Sascha,
klasse! :-) Herzlichen Glückwunsch und alles, alles Gute weiterhin.
Ich konnte mich sehr gut wiederfinden in Deinem Artikel. :-)
Nächsten Monat ist es bei mir soweit.
10 Jahre! Irre, oder? :-) Irgendwie scheint die Zeit viel kürzer und schneller.

Liebe Grüße
Sandra

Silke Loers  |   2. März 2015 um 10:03 Uhr

Lieber Sascha, auch von mir Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und weiterhin viel Erfolg! Ich denke, wir werden weiterhin so viel Spaß beim gemeinsamen Arbeiten haben.
Danke für Deine Einblicke und ich bin gespannt auf weitere Artikel…

Liebe Grüße
Silke

Lars Hahn  |   2. März 2015 um 11:11 Uhr

Vor 10 Jahren am 01.03.05 startete ich in meinem jetzigen Unternehmen als Mitarbeiter. Mittlerweile habe ich „die Seite“ gewechselt. Als angestellter Geschäftsführer bin ich zwar nominal nicht selbständig. Allerdings bist Du ja in einem kleinen Haus auch oft Selbst und ständig.
Quasi Unternehmer mit Anstellungsvertrag.
Es ändert sich Sicht auf das Ganze doch erheblich. Denn die Interessenlage ist eine andere. Logischerweise. Alien trifft es auch hier. ;-)
Dir erfolgreiche nächste 10 Jahre. Wer weiß, was 2025 im Blogartikel steht?!

[…] erzähle ich freudestrahlend, dass ich mein eigenes Unternehmen gründen werde und die Leute fragen mit besorgtem Gesicht: »Kannst Du denn notfalls zurück?«. […]

Sascha Theobald  |   2. März 2015 um 16:43 Uhr

@Sandra: Ja, irre! Die Zeit verfliegt :-)

@Silke: Danke!

@Lars: Danke für die Einblicke. Ja, wir treffen uns hier 2025 wieder. Bin auch gespannt. :-)

Heike Lorenz  |   2. März 2015 um 16:44 Uhr

Herzlichen Glückwunsch! Ich habe dieses Jahr auch 10-jähriges & es ist immer noch mein absoluter Traumjob :-)

Sascha Theobald  |   4. März 2015 um 10:56 Uhr

Vielen Dank, Frau Lorenz! Auch Ihnen einen herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen. :-)

[…] Die Grundlage für meine Selbständigkeit soll auch Grundlage meiner Kommunikation sein. Ich möchte ständig ich selber sein. So fällt es mir leichter, meine klare Haltung auch online zu […]

[…] Eure Beiträge sind eine Bereicherung für das Netz und für Eure Leser wirklich wertvoll. Aus gegebenem Anlass habe ich hier zehn besondere Blogs ausgewählt. Es gibt natürlich noch weitere spannende Blogs, […]

Jörg K. Unkrig  |   5. März 2015 um 08:26 Uhr

Bewundernswert und: Herzlichen Glückwunsch zu 10 Jahren Selbstständigkeit (finde ihre Beschreibung super!)! Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können, unterschätzen aber, was sie in 10 Jahren erreichen könnten. Ich habe einen anderen Weg gewählt; ich habe meine sichere Position behalten und lebe meine kreative Seite über meine Tätigkeit als Kommunikationstrainer aus. Das kann man für feige halten, aber es muss ja zu einem selbst passen.
Mir wird bei ihrem Beitrag bewusst, dass es nicht jeder so gut hat.
Auch deshalb weiterhin ganz viel Erfolg!!

Sascha Theobald  |   5. März 2015 um 10:20 Uhr

Vielen Dank für das nette Feedback, Herr Unkrig. Ich würde eine feste Anstellung nicht „feige“ nennen. Da muss jeder seinen Weg finden. Und es gibt Menschen, die den sicheren Rahmen brauchen und es gibt Menschen, die den Freiraum brauchen. Ich halte es für wichtig, seinen Bedürfnissen nachzugehen. Und das ist dann nicht feige sondern richtig.

Jörg  |   26. Februar 2016 um 17:25 Uhr

Na da möchte ich aber auch gratulieren. 10 Jahre ist wirklich eine tolle Zeit.

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