16.08.2019 Selbständig Autor: Sascha Theobald

24 Dinge, die Selbständige
flott über Bord werfen sollten

Die meisten Selbständigen schleppen viel Ballast mit sich rum. Das zehrt an der Energie und macht träge. Viele dieser stillen Energiekiller haben sie schon gar nicht mehr auf dem Schirm. Also: Scheinwerfer drauf, Entscheidung treffen und weg damit!
Kind hebt im Heißluftballon ab © LuckyImages – Fotolia.com

Sie kennen sie vermutlich auch: Die Dinge, die irgendwo im Hinterstübchen wuseln und nahezu unbemerkt ständig Energie ziehen. Sie wissen, dass sie nicht gut für Sie sind. Aber aufgerafft und eine klare Entscheidung getroffen haben Sie bisher nicht.

Wenn es ums Business geht wird das Ganze gefährlich. Es bremst Sie in Ihrem Weg aus. Es macht Ihr Unternehmen träge und verwundbar. Deswegen ist jetzt Zeit für tabula rasa. Meine 24 kurzen Anregungen geben Ihnen den Pieks. Handeln müssen Sie selber. Und ja, einige meiner Piekser lese auch ich mir noch mal genauer durch.

Ist das mein Business oder kann das weg?

1. Die »Jeden Euro mitnehmen«-Mentalität
Statt spannende und lukrative Projekte anzusteuern, kümmern Sie sich um jeden Kleinkram, der Ihnen vor die Füße gespült wird. Manchmal sind die Projekte, die man absagt, die wertvollsten. Sie schaffen Raum für Neues – und wenn Sie es bewusst nutzen auch Besseres. Denn ein Nein zum Einen ist immer auch ein Ja zu etwas Anderem.

2. Unliebsame Leistungen
Auf Ihrer Website bewerben Sie noch Leistungen, die keiner haben will und auf die Sie eh keine Lust mehr haben. Lassen Sie nicht zu, dass sie die Sicht auf Ihre Perlen versperren.

3. Nicht der schon wieder
Jeder kennt sie. Na, Sie wissen schon. Die Kunden, die einem den letzten Nerv rauben. Und dann bleibt nicht mal vernünftiges Geld hängen. Was spricht dagegen, die Zusammenarbeit zu beenden, die Energie ins Unternehmen zu investieren und echte Wunschkunden zu gewinnen?

4. Das Zweifel-Monster
Es liegt unterm Schreibtisch und überfällt gerade Solo-Unternehmer immer wieder. »Ich bin doch nur eine kleine Nummer. Die Anderen sind doch viel besser«. Wer Klarheit über seine Stärken und den Wert seiner Arbeit für die Wunschkunden hat, schickt die Zweifel in die Wüste.

5. Die böse Konkurrenz
Wie viel Energie geht drauf, sich grummelnd mit der ach so bösen Konkurrenz auseinanderzusetzen? Hier mal ärgern, da mal neidisch schauen. Wer 100% sein Ding macht und sich mit cleveren Kollegen verbündet, hat keinen Stress mit der Konkurrenz.

6. Aber vorher muss ich noch …
Statt Ihre PS auf die Straße zu bringen, machen Sie sich Gedanken darüber, was vorher noch alles hergerichtet werden muss. Es soll alles perfekt sein. Aber das wird es nie. Sie bremsen Ihr Potenzial aus. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit kann das wirklich gefährlich werden. Done is better than perfect!

7. Man müsste mal
Sie haben viel tolle Ideen, nehmen sich viel vor, aber eigentlich erblickt kaum etwas davon das Licht der Welt? Sie träumen von tollen Projekten und großen Erfolgen? Hören Sie auf, nur zu träumen und zu grübeln. Packen Sie es an! Nur was Sie anpacken und in die Welt lassen, kann wirken.

8. Honorar-Sabotagen
»Das kostet x Euro. Aber über den Preis können wir noch reden.«. Wenn Sie selbst nicht hinter Ihrer Arbeit und Ihrem Preis stehen, warum sollte es der Kunde tun? Hören Sie auf, sich selbst zu sabotieren. Stehen Sie zum Wert Ihrer Arbeit.

9. Tote Pferde
»Über die Website gewinne ich schon lange keine Kunden mehr. Aber sie hat ja damals viel Geld gekostet«. Das Pferd ist tot. Erst wenn die längst fällige Entscheidung getroffen ist, können Sie mit frischem Elan in die Zukunft gehen.

10. Tarnkappen-Akquise
Sie möchten Tipps und Einblicke nicht veröffentlichen, weil es dann ja auch die Konkurrenten sehen? Oder der potenzielle Kunde könnte das ja auch selber umsetzen? Oha. Sie haben also das Rad neu erfunden? Wissen ist heute online unbegrenzt verfügbar. Entweder Sie sind als Experte präsent oder andere sind es. Der Tarnkappen-Modus ist ein echter Erfolgskiller.

11. Bauchladen
Wir machen alles. Irgendwie. Ein wenig. Full Service und so. Wie sieht das aus? Verzweifelt. Unprofessionell. Irgendwie-Okay-Lösungen. Damit wollen Sie aus der Masse hervorstechen? Damit wollen Sie ordentliche Honorare verdienen?

12. Fähnchen im Wind
Hier werden Sie als Experte für X und dort als Spezialist für Y angepriesen. Was halt gerade gebraucht wird. Das Ergebnis: Die Menschen verstehen nicht, wofür Sie wirklich stehen. Die Marke verwässert. Das Vertrauen schwindet.

13. Everybody‘s Darling
Sie formulieren überall so universell wie irgend möglich, damit sich möglichst viele Menschen davon angesprochen fühlen? Mehr Menschen ansprechen = Mehr Kunden? Das funktioniert nicht. Sie verlieren ihr Profil und sind für niemanden wirklich attraktiv. Sie werden so austauschbar, dass Sie unter’m Radar Ihrer Wunschkunden fliegen.

14. Wir sind ein seriöses Unternehmen
Sie wollen mit staubtrockenen, aalglatten Markenfassaden punkten? Sie vergessen: Menschen arbeiten mit Menschen. Mit vertrauenswürdigen Persönlichkeiten. Und die haben Ecken und Kanten. Eine lebendige und auch unperfekte Kommunikation schafft echte Verbindungen und stärkt das Vertrauen.

15. Das machen alle so
Ihre Texte strotzen vor den üblichen Plattitüden und den etablierten Buzzwords. Wenn Sie den Wettbewerbern stumpf hinterhereifern, werden Sie nie ein Original sein. Einheitsbrei schafft Vergleichbarkeit und damit einen Preiskampf vom Feinsten.

16. Pseudo-Kreativität
Auch wenn Sie den Slogan noch so lustig finden, das Wortspiel sich so sehr aufdrängte und der Designer so ein lustiges Logo entwickelt hat: Wenn der Wunschkunde es nicht versteht, gehört es entsorgt.

17. Das haben wir immer so gemacht
Viele Gewohnheiten schleichen sich über die Jahre ein. Gepaart mit einer Portion Betriebsblindheit drehen Sie echter Kreativität und Innovationen den Hals um. Was als Tradition angepriesen wird ist oft einfach nur noch kalter Kaffee. Schauen Sie mit einem neutralen Blick auf die Sache und entscheiden Sie im Sinne des Wertes für Ihre Wunschkunden.

18. Kunden über den Preis gewinnen
Sie betonen überall, dass Sie günstiger sind als der Wettbewerb? Möchten Sie beauftragt werden, weil Sie der Günstigste sind oder weil Sie für Ihre Wunschkunden die beste Lösung haben? Wer den besonderen Wert seiner Arbeit herausarbeitet, braucht nicht über den Preis zu argumentieren. Das fühlt sich auch viel besser an.

19. Die »Das Marketing der Zukunft«-Ausrede
Digitale Kommunikation, Blogs, Social Networks – Sie schieben das fröhlich vor sich her. Aber das ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Es ist Realität. Heute. Wenn Sie online nicht präsent sind und Kunden einsammeln, macht es ihr Wettbewerber.

20. Das Internet-Ungeheuer
Das Internet ist böse! Also ziehen Sie die Decke über den Kopf und warten. Wenn Sie das Web für Ihr Business nutzen wollen, sollten Sie die Angst ablegen und es wirklich kennenlernen – fernab von Halbwahrheiten und Stammtischparolen. Sie müssen nicht alles gut finden, sollten aber Ihren Weg finden, mit dem Digitalen umzugehen. Es geht nicht mehr weg!

21. Passwort-Kompromisse
Apropos Internet. Gefühlte 99,99% der Internetnutzer eiern mit einheitlichen Kann-Ich-Mir-Merken-Passwörtern rum. Und eigentlich wissen alle, dass es nicht sicher ist. Die Lösung: Passwort-Manager kaufen. Sichere Passwörter definieren. Erledigt. Gehackte Profile kosten WIRKLICH Zeit und Energie.

22. Zu viele Baustellen
Drei Websites, vier Marken, zwei Facebook-Accounts und ein separates WordPress-Blog. Vor lauter Baustellen wissen Sie nicht mehr, wo Sie anfangen sollen und wo das Ganze eigentlich hinführen soll. Meist ist EIN starker Auftritt sinnvoller und ermöglicht ein fokussiertes, strategisches Arbeiten.

23. Firlefanz auf der Website
Hier noch ein Werbekästchen, da irgendwelche tollen Features (WordPress kann ja soo tolle Sachen!) und dort noch ein Hinweis. Was versperrt den Blick auf die wichtigen Elemente? Was nützt dem Besucher nicht wirklich? Was das Auge des Besuchers unnötig ablenkt fliegt raus.

24. Und wenn das jemand doof findet?
Es wird immer Jemanden geben, der das, was Sie tun oder schreiben, nicht gut findet. Das ist dann vermutlich auch nicht Ihr Wunschkunde. Wenn Sie selbstbewusst und authentisch rausgehen, werden Sie greifbar und erzeugen bei den passenden Menschen Resonanz. Und genau das ist enorm wertvoll für Ihr Business.

In diesem Sinne: Treffen Sie Entscheidungen und lassen Sie los! Ist der Ballast erst mal weg, können Sie mit frischem Schwung an die wirklich wichtigen Dinge gehen.



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Als Sparringspartner für Positionierung und Kommunikation helfe ich Unternehmen, zum Leuchtturm im Meer der Austauschbarkeit zu werden. Seit 20 Jahren bin ich im Marketing unterwegs – im 15. Jahr selbständig.

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