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03.03.2015 #10JahreSelbständig Autor: Sascha Theobald

Dafür stehe ich mit meinem Namen

Welchen Namen bekommt das neue Unternehmen? Im dritten Teil meiner Blog-Serie #10JahreSelbständig beschreibe ich meinen persönlichen Weg und zeige, welche Möglichkeiten es für Gründer gibt.
Sascha Theobald

Zugegeben: Die Überschrift ist gnadenlos geklaut. Gewöhnlich wirbt Unternehmer Claus Hipp mit diesem Satz für seine Babykost. Das Unternehmen möchte mit der persönlichen Note das Vertrauen der Kunden gewinnen.

Schon vor dem Tag X war für mich klar, dass ich einen Phantasienamen für mein Unternehmen wählen werde. Ich kam aus der Agenturwelt und konnte mir vorstellen, später mal in diese Richtung zu wachsen. Der Firmenname sollte daher unabhängig von meiner Person funktionieren.

Die Suche nach einem passenden Namen begann für mich schon einige Zeit vor der Gründung. Lange Zeit überlegte ich, sammelte Ideen und testete diese in meinem Umfeld. Irgendwann hat es dann »Pling« gemacht. Mein Unternehmen sollte »Atréju Mediendesign« heißen. Atréju ist die Hauptfigur aus der unendlichen Geschichte von Michael Ende. Er kämpft mit voller Kraft gegen die Phantasielosigkeit. Genau das war und ist meine Mission. Und die sollte sich im damaligen Firmennamen widerspiegeln.

Der richtige Weg oder Sackgasse?

Die Ambitionen, mal zur Agentur zu wachsen, habe ich dann nach den ersten Jahren durch einen neuen Namenszusatz ausgedrückt. Nun hing das Schild »Atréju : Agentur für Kommunikation und Design« an meiner Tür. Als erfolgreicher Unternehmer muss man  – natürlich – wachsen und Mitarbeiter einstellen. Das zumindest dachte ich damals.

Umso mehr ich aber den Weg der Agentur eingeschlagen habe, umso mehr merkte ich, dass das nicht mein Weg war. Mit der Haltung und Arbeitsweise klassischer Agenturen konnte ich immer weniger anfangen. Auch heute noch denke und handle ich oft anders, als viele Agenturen es tun. Und auch für mein Leben als Selbständiger hat sich einiges geändert. Ich wurde vom Freiberufler zum Chef einer kleinen Agentur mit zwei Mitarbeitern. Statt mich den kreativen Arbeiten zu widmen, musste ich zunehmend administrative Dinge erledigen. Es passierten Dinge, die nicht 100% ich waren. Ich war unglücklich und ausgebrannt. Meine Kreativität und mein Elan litten in dieser Zeit sehr. Dieser Weg funktionierte für mich nicht.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass meine Ambitionen aus Rollenerwartungen und Status-Denke entstanden sind. Ich brauche ruhige, kreative Freiräume und bin gerne für mich alleine. Ich möchte 100%ig hinter meiner Arbeit stehen können. Deswegen arbeite ich auch mit anderen selbständigen Profis zusammen. Das hat sich für mich als sehr angenehm und befruchtend herausgestellt. Ich kann so viel besser arbeiten und weiß, dass meine Kunden auch bessere Ergebnisse bekommen. Heute bin ich überzeugter Solo-Unternehmer.

Den eigenen Weg neu definieren

Zum Jahreswechsel 2010/2011 bin ich bewusst einen Schritt zurückgegangen. Das tat wirklich gut. Zunächst war ich auch hier noch unter dem Namen Atréju unterwegs. Aber schon im August 2011 startete ich eine eigene Website unter der Domain sascha-theobald.de – ab November dann auch mit einem eigenen Blog. Hier schreibe ich bis heute persönlich über meine Fachthemen und stelle mich als Fachmann vor.

Inzwischen habe ich mir viele Gedanken über meine persönlichen Stärken und meine Haltung gemacht. Seither konzentriere ich mich auf die klare Kommunikation. Im April 2012 führte ich den Claim »einfach. klar. kommunizieren.« ein. Im November 2012 startete mein Unternehmer-Blog unter einem Dach mit meiner Website neu durch. Das Webdesign wurde luftiger und das Blog bekam einen Magazin-Charakter.

Eine Zeit lang lief der Atréju-Auftritt noch parallel. Ich muss zugeben: Es fiel mir schwer, die Website abzuschalten. Die letzten Atréju-Fragmente verschwanden nach und nach. Heute bin ich einfach nur noch der Kommunikationsstratege und Webdesigner Sascha Theobald. Das fühlt sich für mich sehr richtig an. Die vielen positiven Rückmeldungen zu meinem persönlichen Auftritt bestätigen diesen Weg.

Drei Ansätze für die Namensfindung

Mit einem guten Namen wird das Unternehmen für den Kunden greif- und merkbar. Jeder Selbständige sollte sich Gedanken darüber machen und die Möglichkeiten genau abwägen, bevor es an Geschäftsausstattung, Website & Co. geht. Ein unüberlegter Schnellschuss kann sich mit einem aufwändigen Relaunch rächen. Hier drei typische Möglichkeiten für die Wahl eines Firmennamen.

  1. Phantasiename: Ob als eigene Konstruktion oder aus bestehenden Begriffen. Mit einem Phantasienamen hat man die Möglichkeit, einen einzigartigen Anker zu schaffen. Auf eine Markenrecherche sollte man nicht verzichten.
  2. Abkürzung: Sehr oft begegnet mir die Variante mit den Initialen des Inhabers: GF Logistik, HW Immobilienmanagement oder auch VK Solutions. Das ist kaum greifbar, schwer merkbar und wirkt gerne mal unseriös. Besser hat es da zum Beispiel der Hans Riegel aus Bonn gemacht. Er nannte sein Unternehmen Haribo.
  3. Eigener Name: Die Kombination des Nachnamen mit dem Geschäftsinhalt ist sehr beliebt – zum Beispiel als Bäckerei Schumann oder Teehaus Müller. Bei Solo-Unternehmern bietet sich die Variante Vor- und Zuname an. Es betont den Menschen und ist für das Vertrauen von großem Vorteil.

Einen allgemeingültigen Rat zur Namensfindung kann ich nicht geben. Es kommt immer auf die Situation und die Pläne des Unternehmers an.

Warum ich mich für meinen eigenen Namen entschieden habe

Ob ich als Agentur oder solo als Fachmann auftreten möchte, ist die eine Frage. Ich habe mir auch lange Gedanken darüber gemacht, ob ich meinen Namen wirklich in der ersten Reihe sehen möchte. Auf einmal bin ich als Mensch deutlich sichtbarer und kann mich nicht mehr hinter einem Markennamen verstecken.

Menschen machen Geschäfte mit Menschen. Da kann die Marke noch so poliert sein. Das Vertrauen in Menschen entscheidet. Ein Unternehmen, in dem der Inhaber online nicht erkennbar ist, hat es deutlich schwerer, das Vertrauen der Wunschkunden zu gewinnen.

Mir ist klar, dass Know-how, Erfahrung und Haltung fest in mir persönlich verankert sind. Wenn ich das Vertrauen in meine Arbeit stärken möchte, muss ich mich zeigen. Die Grundlage für meine Selbständigkeit soll auch Grundlage meiner Kommunikation sein. Ich möchte ständig ich selber sein. So fällt es mir leichter, meine klare Haltung auch online zu zeigen.

Dieser Weg ist für mich schlüssig – und er ist Verpflichtung zugleich. Wenn alle meine Botschaften im Web meinen Namen tragen, achte ich noch mehr darauf, dass ich auch wirklich dahinter stehe. Und das ist für mich persönlich der richtige Weg.



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Porträt Sascha Theobald

Sascha Theobald

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Kommunikationsstratege & Webdesigner
Ich helfe Unternehmen durch eine klare Kommunikation Wunschkunden zu gewinnen. Meine Mission sind starke Botschaften. Mein liebstes Spielfeld ist das Web. Hier schreibe ich über strategische Unternehmenskommunikation – in der blogmanufaktur über Corporate Blogs.

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