Jetzt erst recht: Warum Sie gerade in der Krise klar kommunizieren sollten

Die Corona-Krise ist für Selbständige und Unternehmen eine Ausnahmesituation. Die Unsicherheit ist groß, die Angst vor der wirtschaftlichen Zukunft enorm. Jetzt kommt es darauf, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und klar zu kommunizieren.
Frau reckt die Faust in den Himmel © Miguel Bruna – unsplash.com

Die Corona-Krise hat viele Selbständige und Unternehmen kalt erwischt. An »business as usual« ist im Moment nicht zu denken. Sich zurückzuziehen und abzuwarten, bis der Sturm vorüber ist, ist aber auch keine Option – gerade was die Kommunikation angeht. Denn sowohl eine Schockstarre als auch blinder Aktionusmus schaden Ihrem Business.

Jetzt ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. An der Corona-Krise können Sie nichts ändern. Aber Sie können Ihre Energie auf das Konstruktive lenken und beeinflussen, wie Sie diese schwierige Zeit überstehen werden. Gerade jetzt ist eine klare Kommunikation und eine fokussierte Markenarbeit so wichtig. Wer mit den Menschen klar kommuniziert schafft die besten Voraussetzungen, die Krise zu überstehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Waum ist eine klare Kommunikation gerade jetzt wichtig?

Jetzt nicht zu kommunizieren wäre gefährlich. Wenn Sie den Kopf in den Sand stecken und Ihre Kommunikation runterfahren, werden Sie das gleich auf mehreren Ebenen spüren.

1. Umsatz: Natürlich brauchen Sie Umsatz. Setzen Sie Ihre Aktivitäten jetzt aus, gefährden Sie Ihr Business – nicht nur in der Krise, sondern auch darüber hinaus.

2. Sichtbarkeit: Finden Sie jetzt über Wochen und Monate für die Menschen nicht statt, riskieren Sie, in der Belanglosigkeit zu versinken. Ihre Wettbewerber zeigen auch in der Krise Präsenz und gewinnen loyale Kunden.

3. Vertrauen: Menschen nehmen jetzt sehr genau wahr, wer in der Krise da ist. Wer Kunden, Mitarbeiter und Partner transparent und konstruktiv informiert. Nun zeigt sich, wer den Menschen wirklich zur Seite steht und das Vertrauen verdient hat.

Menschen werden ihr Geld zusammenhalten, Unternehmen werden Budgets kürzen. Es ist gerade jetzt wichtig, als erste Wahl und vertrauenswürdiger Partner im Gedächtnis zu bleiben. Wer klar positioniert ist, seine Botschaften klar formuliert hat und lebendig kommuniziert, hat den Vorteil auf seiner Seite.

Spätestens wenn die Corona-Krise im Wesentlichen überstanden ist, werden Sie sich wünschen, dass Sie optimale Voraussetzung für einen erfolgreichen Neustart geschaffen haben. Mit einer klaren Positionierung, einer guten Sichtbarkeit und einer loyalen Community. Wie gut Sie sich jetzt aufstellen, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie Sie aus der Krise hervorgehen.

Positionierung und Kommunikation:
Darauf kommt es jetzt an

Damit Sie die Krise möglichst gut überstehen, gilt es einige Dinge zu beachten. Einfach weitermachen ist für Unternehmen keine sinnvolle Strategie.

Informieren Sie Kunden, Mitarbeiter und Partner!

In dieser unruhigen Zeit ist es zunächst einmal wichtig, offen über die grundlegenden Dinge zu sprechen. Sorgen Sie für klare Verhältnisse und seien Sie ein verlässlicher Ansprechpartner.

Sprechen Sie mit Kunden darüber, was weiterläuft und was sich ändert. Bieten Sie zum Beispiel aktiv digitale Alternativen an, um Absagen zuvorzukommen. Stellen Sie klar, wie Sie in der kommenden Zeit erreichbar sind. Kommunizieren Sie neue Angebote oder die Möglichkeit angepasster Zahlungsmodalitäten. Denken Sie auch daran, auf Ihrer Website zu betonen, wenn Sie Ihre Dienste digital anbieten.

Beschäftigen Sie Mitarbeiter, ist eine offene Kommunikation besonders wichtig. Haben Sie ein Auge auf die Sorgen und Nöte Ihres Teams. Schaffen Sie eine vertrauensvolle Basis, indem Sie transparent über die Situation sprechen. Welche Auswirkungen hat die Krise auf das Unternehmen und die Arbeitsplätze? Wie ist die Strategie, wie sind die Möglichkeiten und welche Änderungen ergeben sich?

Stimmen Sie sich mit Partnern ab. Wie werden gemeinsame Projekte weiter laufen? Wird die pünktliche Zahlung gewährleistet sein? Wie kann man sich gegenseitig helfen? Kann man vielleicht gemeinsam neue Angebote schaffen? Die Social Media bieten eine gute Plattform, um sich auch mit seinem erweiterten Kollegenkreis auszutauschen. Vielleicht ergeben sich hier neue Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung.

Passen Sie Ihre Kommunikation an!

Die Rahmenbedingungen für die Kommunikation haben sich massiv geändert. Werbefloskeln und eine reine Produktkommunikation haben es schon länger schwer. Aktuell haben Unternehmen keine Chance, damit Resonanz zu erzeugen. Ganz im Gegenteil: Agressive Verkaufsambitionen können als unsensibel und egoistisch wahrgenommen werden. Die  Konsequenzen auf Ihre Markenwirkung werden Sie noch länger spüren.

Trotzdem ist es natürlich völlig legitim, weiter Kunden gewinnen zu wollen. Auch in der Krise müssen Unternehmen Umsätze erwirtschaften. Dafür braucht es allerdings eine andere Kommunikation. Jetzt geht es darum, nützliche Informationen zu teilen, Tipps zu geben und zu helfen – flexibel, nahbar und empathisch zu sein. Sich selber ein Stück zurückzunehmen und für die Menschen da zu sein. Eine direkte, lebendige und ehrliche Kommunikation erreicht Menschen und schafft Vertrauen.

Zwei Beispiele für eine gelungene Kommunikation sind mir besonders aufgefallen.

1. GLS Bank
Die GLS Bank arbeitet nach dem Grundsatz »Geld ist für die Menschen da.«. In der Krise haben Sie sehr schnell einen Fond unter dem Hashtag #KunstNothilfe für KünstlerInnen aufgesetzt und Spenden gesammelt. So konnten innerhalb von 5 Tagen 46.000 Euro unbürokratisch ausgezahlt werden. Die Bank hat ihre Mission ernst genommen, Verantwortung übernommen und die Ärmel hochgekrempelt. Das sind die Botschaften, die bei den Menschen wirklich Eindruck machen und in Erinnerung bleiben.

2. Der Bauernhof aus dem Nachbardorf
Der Bauernhof nutzt seit einiger Zeit Instagram, um Einblicke in das Hofleben zu geben und auf das Angebot in Hofcafé und Hofladen hinzuweisen. In der Krise wendet sich die Inhaberin regelmäßig persönlich an die Follower. Sie beschreibt offen die Situation und welche Maßnahmen ergriffen wurden. Sie teilt Sorgen, Unsicherheiten aber auch gute Momente und Zuversicht. Die Kommunikation ist sehr persönlich und offen. Es entsteht eine Loyalität, die in dieser Zeit so wertvoll ist.

Handeln Sie strategisch!

Die Informationsflut scheint gerade online noch größer geworden zu sein. Mit blankem Aktionismus werden Sie im Gewimmel versinken. Wer seine Botschaften jetzt nicht klar auf den Punkt bringt und eine klare Haltung an den Tag legt, hat keine Chancen durchzudringen. Es geht darum, mit klaren Botschaften und nützlichen Inhalten Resonanz zu erzeugen. Dafür ist es wichtig, genau hinzuhören, was die Menschen bewegt und was sie jetzt wirklich brauchen.

Um auch in der Krisenphase strategische Entscheidungen treffen zu können und beständig aufzutreten, bietet Ihnen eine klare Positionierung wertvolle Orientierung. Aus der Positionierung leiten Sie Ihre Rolle in der Krise ab und baue darauf eine passende und relevante Kommunikation auf. Aber natürlich ist eine klare Positionierung auch für die Außenwirkung entscheidend. Werden Sie in diesem Gewimmel überhaupt wahrgenommen? Haben Sie klare, relevante Botschaften? Nehmen die Menschen wahr, wofür Sie stehen? Sind es Ihre Botschaften wert, in Erinnerung zu bleiben? Das können Sie nur erreichen, wenn Sie eine klare Positionierung erarbeitet haben und diese konsequent umsetzen.

Vorsicht vor Verzweiflungstaten!

Ich sehe gerade viele Rabattaktionen oder mit heißer Nadel gestrickte Produkte, die hektisch auf den Markt geworfen werden. Bei allen Ängsten und Sorgen: Sabotieren Sie Ihre Marke nicht! Entwickeln Sie eine Kommunikation, die Ihrer Positionierung entspricht. Bleiben Sie konsistent und verlässlich. Bleiben Sie Ihrer Haltung treu. Wer jetzt mit Verzweiflungstaten seine Marke beschmutzt, wird das auf lange Zeit spüren.

Unternehmen haben jetzt das Potenzial Haltung zu zeigen, ihre Glaubwürdigkeit zu stärken und echte Loyalität zu schaffen. Und das wird sich auch langfristig positiv auswirken.

Was Sie jetzt für Ihr Business tun können

Einige Selbständige haben durch Absagen mehr Zeit, am eigenen Business zu arbeiten. Und selbst, wenn Sie normal weiterarbeiten. Nutzen Sie die Krise, um Ihr Business strategisch fit zu machen. Optimieren Sie jetzt die wesentlichen Stellhebel, um spätestens nach der Krise durchzustarten.

Es kommt jetzt besonders darauf an, sich zu fokussieren. Wie können Sie mit reduziertem Budget mehr Wirkung erzielen? Welche Maßnahmen haben für Ihre Ziele den größten Stellhebel. Was sind die wichtigen Botschaften, die bei Ihren Wunschkunden hängen bleiben sollen? Was sind die Angebote, mit denen Sie den größten Wert schaffen? Krämpeln Sie die Ärmel hoch, und richten Sie Ihre Strategie neu aus. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und stärken Sie die Grundlage dafür, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Take-away: Eine klare Kommunikation ist in der Krise überlebenswichtig

Es ist völlig okay, verunsichert zu sein. Stecken Sie den Kopf aber nicht in den Sand. Besinnen Sie sich auf Ihr strategisches Fundament und erarbeiten Sie eine klare und lebendige Kommunikation für die Krise. Verstecken Sie sich nicht hinter einer glattpolierten Markenfassade, sondern kommunizieren Sie von Mensch zu Menschen. Sie haben jetzt beste Möglichkeiten, mit einer ehrlichen, lebendigen und offenen Kommunikation als verlässlicher Partner im Gedächtnis zu bleiben.

Mit Zuversicht und strategischem Handeln haben Sie beste Karten. Wer jetzt klar kommuniziert, hat bessere Chancen, die Krise glimpflich zu überstehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Und letztendlich ist das jetzt auch die Chance, etwas Grundlegendes zu verstehen: Dieser Ansatz ist auch ohne Krise eine kluge Strategie. Sie gewinnen Aufmerksamkeit und Vertrauen. Sie bleiben mit klarer Haltung und klaren Botschaften im Kopf der Menschen. Sie schaffen ein gutes Gefühl und landen auf der Kurzwahltaste der Wunschkunden. Wer das versteht, wird in Zeiten der Informationsflut erfolgreicher und krisenfester – auch nach Corona.

Veröffentlicht am 09.04.2020
Porträt Sascha Theobald

Autor: Sascha Theobald

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