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25.04.2014 Macher Autor: Sascha Theobald 6 Kommentare

Leichtigkeit: Das Leben ist ein Ponyhof

Welche Rolle spielt Leichtigkeit für Unternehmer? Was fördert sie und welche Störfaktoren gibt es? Was hat Leichtigkeit mit Klarheit zu tun? Meine Gedanken dazu in 11 Thesen.
Pusteblume
© Alekss - Fotolia.com

Meine liebe Kollegin Ulrike Bergmann hat zur Blogparade »Mit Leichtigkeit…« aufgerufen. Ein spannendes Thema, dass uns allen immer wieder begegnet – gerade dann, wenn es mal nicht so rund läuft. Dann gilt es normalerweise, Ballast abzuwerfen, Störfaktoren auszuschalten oder Klarheit zu gewinnen.

Gerade der letzte Punkt ist für meine Arbeit besonders wichtig. Klarheit gibt Orientierung und hilft den Weg leichter zu bestreiten. Unternehmen, die klar positioniert sind, fällt es viel leichter Entscheidungen zu treffen, klare Botschaften zu senden oder Nein zu sagen.

Für meinen Beitrag habe ich meine Gedanken bewusst als Thesen formuliert. Sie sollen als Grundlage für weitere Gedanken oder (gerne auch kritische) Diskussionen dienen und sind keineswegs in Stein gemeisselt.

11 Thesen zu Klarheit und Leichtigkeit

  1. Leichtigkeit ist nicht das eigentliche Ziel
    Viele Menschen wünschen sich mehr Leichtigkeit. Dabei ist das nicht das eigentliche Ziel, sondern ein Umstand auf dem Weg zum Ziel. Ein Unternehmer möchte ein volles Auftragsbuch – und das mit möglichst geringem Aufwand. Es soll leicht gehen. Auch wenn ich den Wunsch nach Leichtigkeit verstehe: Ich muss aber immer wenigstens so viel Energie aufwenden, um mein Ziel wirklich erreichen zu können. Unternehmer, die mal eben ohne großen Aufwand online Kunden gewinnen wollen, werden damit scheitern. Wenn ich mein eigentliches Ziel wirklich erreichen möchte, muss ich eine sinnvolle Balance zwischen Leichtigkeit und notwendigem Aufwand finden.
    Ergänzend dazu empfehle ich Ihnen den Beitrag von Monika Birkner.
  2. Leichtigkeit braucht Motivation
    Wenn ich weiß, dass ich etwas wirklich will (und warum ich es will), fällt es mir leichter, ein Vorhaben anzugehen. Als ich damals auf mein Wunschauto gespart habe, habe ich mir ein Modell direkt vor mir ins Regal gestellt. Entscheidungen gegen unnötige Ausgaben fielen mir deutlich leichter, weil ich das Ziel direkt vor Augen hatte. Umgekehrt fallen uns Dinge oft schwer, weil wir sie im tiefsten Inneren gar nicht wollen. Sich diesen Umstand bewusst zu machen, erleichtert es, dazu Nein zu sagen. Ich trage den Ballast dann nicht länger mit mir rum.
  3. Leichtigkeit braucht Klarheit
    Soll ich das Buch schreiben oder nicht? Hach, ich will ja schon unbedingt. Aber habe ich auch die Zeit? Eigentlich sollte ich mal für mehr Freizeit sorgen statt mir noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Kennen Sie solche Situationen? Bestimmt. Solange diese Sache nicht geklärt ist, schwirrt sie ständig im Kopf rum und belastet mich. Unentschlossenheit ist ein großer Miesepeter in Sachen Leichtigkeit. Klarheit über meine Ziele, Klarheit über die Umstände, Klarheit über die Möglichkeiten. Erst wenn ich Klarheit erlangt habe, kann ich einen Fokus setzen, Störfaktoren abschalten und mich auf das Eigentliche, das Wichtige konzentrieren. Nur so kann der Weg leichter werden.
  4. Klarheit braucht Abstand und Perspektivenwechsel
    Wenn ich tief im Alltag oder in einem Problem stecke, fällt es mir schwer, klar zu sehen. Es ist wichtig, einen Schritt zurück zu gehen und die Sache von außerhalb zu betrachten. Ich brauche Freiraum im Kopf, um mir Klarheit über die Situation zu verschaffen. Was belastet mich? Will ich das wirklich? Welchen Weg will ich gehen? Was hindert mich daran, mein Ding zu machen? Hilfreich ist in solchen Situationen auch ein Perspektivenwechsel. Ich höre mir gerne andere Meinungen dazu an und freue mich, wenn ich neue Blicke auf die Lage bekomme. Entscheiden und Handeln muss ich dann aber natürlich wieder selber.
  5. Klarheit braucht ein waches Auge
    Um Klarheit zu bekommen, muss ich Signale wahrnehmen können. Welche Signale sendet mein Körper? Was sagt mein Bauch dazu? Wie reagiert die Umwelt? In welcher Situation stecke ich gerade? Was will ich wirklich? Was hält mich ab? Warum funktioniert das jetzt nicht? Viele Dinge oder Umstände liegen auf der Hand und werden nebenbei erwähnt oder grummeln im Bauch. Es ist wichtig genau diese Faktoren ins Zentrum zu rücken. Entweder durch die eigene Achtsamkeit oder einen guten Sparringspartner, der die kleinen Signale reflektiert und betont. Ist der Knoten erst mal gelöst, fallen die weiteren Schritte und Entscheidungen viel leichter.
  6. Klarheit macht stark
    Habe ich für mich Klarheit geschaffen, gibt mir das die Stärke um kleine und größere Herausforderungen viel leichter zu bewältigen. Diese Stärke kommt von innen heraus und ist damit umso wirksamer.
  7. Leichtigkeit braucht Vertrauen
    Vertrauen ist aus vielen Gründen ein ganz wichtiger Faktor – sowohl im Business als auch im Leben selber. Habe ich das Vertrauen in mich selbst und in meine Entscheidungen, wird mir der Weg leichter fallen. (Selbst-)Zweifel sind großer Ballast und lassen mich immer wieder zurück, nach links und nach rechts schauen. Nur wenn ich meiner Entscheidung vertraue (auch wenn ich sie aus dem Bauch heraus getroffen habe) und nach vorne schaue, werde ich mit großen Schritten auf mein Ziel zugehen können.
  8. Leichtigkeit braucht Mut
    Gerade für Unternehmer ist er immer wieder ein entscheidender Faktor: der Mut. Entscheidungen treffen, Nein sagen, bekanntes Terrain verlassen, neue Partnerschaften eingehen, ungeliebte Leistungen kippen. Alles das kann mein Leben enorm erleichtern. Und all dies braucht Mut. Fehlt dieser Mut, wird der Unternehmer auf der Stelle treten und es wird sich nichts ändern. Entwicklungen, Klarheit und Leichtigkeit werden unerreichbar.
  9. Leichtigkeit braucht das Ja UND das Nein
    Natürlich ist es wichtig zu wissen, was man will. Aber ebenso wichtig wie das Ja ist das Nein. Jedes Nein zum Einen ist ein Ja zu etwas anderem. Entscheide ich mich klar gegen etwas Belastendes, schaffe ich Raum für Leichtigkeit und Positives. Hier brauche ich Vertrauen, um hinter meiner Entscheidung zu stehen und sie selbstbewusst zu kommunizieren und umzusetzen. Kann ich das Nein nicht durchsetzen, wird es weiter als Ballast auf meinen Schultern lasten.
  10. Leichtigkeit braucht einen entspannten Geist
    Wer ständig über das »Aber« oder das »Es könnte« nachdenkt und Druck aufbaut, wird keine Leichtigkeit empfinden können. In Köln sagt man »Et hätt noch emmer joot jejange« (Es ist noch immer gut gegangen). Eine entspannte Haltung hilft, Dinge und Situationen leichter zu nehmen und diese auch als leichter zu empfinden. Gerade in der Akquise merke ich das immer wieder. Unternehmern, die großen Druck und große Ängste empfinden, merkt man das an. Sie wirken mitunter verzweifelt und verkrampft. Sie MÜSSEN verkaufen. Alles keine guten Voraussetzungen besonders positiv auf Wunschkunden zu wirken. Eine entspannte Haltung hilft, sein Business in einen positiven Flow zu bringen und dem Gegenüber entspannt und auf Augenhöhe zu begegnen.
  11. Leichtigkeit braucht Dankbarkeit
    Ach, wie hasse ich diese Gespräch mit verbitterten Unternehmern, die ständig das große Klagelied singen. Der Wettbewerb. Die Kunden. Die Preise. Geiz ist geil. Damals war alles besser. Als Selbstständiger hat man es ja sooo schwer. Sie wissen schon: selbst und ständig. Die große Gewitterwolke schwebt immer mit. Ich bin dankbar dafür, dass ich mein berufliches Leben selber gestalten kann. Dass ich mein Ding machen kann. Es liegt an mir das Beste daraus zu machen. Und wir alle haben die Möglichkeit dazu. Mit dieser Haltung wird es mir leichter fallen, mich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Überall wird uns eingeredet, dass das Leben kein Ponyhof sei. Der Fokus liegt dabei immer und immer wieder auf Schwere, Ballast, Störungen, Ärger und Zwang. Buddha sagte »Deine Gedanken schaffen Deine Welt«. Also lassen Sie uns doch positiv denken und die täglichen Herausforderungen mit einem Lächeln annehmen. Es liegt an uns, unser Leben leichter und erfüllender zu gestalten.

Wie sind Ihre Erfahrungen zum Thema Leichtigkeit? Ich freue mich auf Ihre Gedanken in den Kommentaren.



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Porträt Sascha Theobald

Sascha Theobald

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Kommunikationsstratege & Webdesigner
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Kommentare zu diesem Artikel

Textine K  |   26. April 2014 um 11:05 Uhr

„Buddha sagte »Deine Gedanken schaffen Deine Welt«. Also lassen Sie uns doch positiv denken “ Über diese Schlussfolgerung bitte noch mal nachdenken, die ist unsinnig.

Sascha Theobald  |   26. April 2014 um 15:29 Uhr

Liebe Textine K,

Ihre Anmerkung kann ich nicht so recht nachvollziehen. Was an meiner Schlussfolgerung ist denn aus Ihrer Sicht unsinnig?

Viele Grüße!
Sascha Theobald

Monika Birkner  |   27. April 2014 um 08:37 Uhr

Lieber Herr Theobald, „Leichtigkeit ist nicht das eigentliche Ziel“ – dem kann ich nur zustimmen (danke auch für die Erwähnung meines Beitrages). Gerade wir Solo-Unternehmer sind doch in der Regel aus einem bestimmten Grund in die Selbstständigkeit gegangen und haben uns auf eine bestimmte Ausrichtung konzentriert. Oftmals hat es doch damit zu tun, eigene Talente, Ideen etc. in die Welt zu bringen. Auch wenn ich oft den Wunsch nach Leichtigkeit höre, hat mir noch nie jemand gesagt, er habe sich selbstständig gemacht, um es leicht zu haben. Ihre weiteren Thesen zeigen sehr schön, was alles an Voraussetzungen nötig ist, um etwas zu erreichen, das einem wichtig ist. Und auch, wie das Ziel, das man sich gesetzt hat, motivieren kann.

[…] Theobald schließt den Reigen dieser Blogparade: Er stellt elt Thesen auf, die belgen, dass das Leben ein Ponyhof ist – wenn die Verbindung zwischen Leichtigkeit und Klarheit hergestellt […]

Sascha Theobald  |   28. April 2014 um 16:01 Uhr

Liebe Frau Birkner,

vielen Dank für Ihre Ergänzung. Ja, so sehe ich das auch. Gerade Solo-Unternehmer haben doch den Drang ihr „eigenes Ding“ zu machen. Und es ist kein Geheimnis, dass dies mit einem entsprechenden Engagement verbunden ist.

Viele Grüße nach Offenbach!
Sascha Theobald

David Goebel  |   8. Dezember 2014 um 13:27 Uhr

Hallo,
11 super Thesen, denen ich voll zustimmen kann. Vor allem hat es mir die These „Leichtigkeit ist nicht das eigentliche Ziel“ angetan. In diesem Sinne ist Leichtigkeit der Weg zum Ziel.
Danke, David Goebel

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