23.04.2015 #10JahreSelbständig Autor: Sascha Theobald 7 Kommentare

Öfter mal Nein sagen!

Ablenkungen, Energievampire, unpassende Kunden – immer wieder braucht es ein klares Nein. Im achten Teil meiner Blog-Serie #10JahreSelbständig geht es um die vielen wichtigen Entscheidungen im Business.
Mann zeigt seine Entscheidung mit der Hand: Nein!

Wir scheinen darauf getrimmt zu sein, immer Ja zu sagen. Wir wollen schließlich neue Kunden gewinnen, neue Ideen umsetzen und Möglichkeiten zur Steigerung der Sichtbarkeit nutzen.

»Hast Du Lust und Zeit für uns ein Webdesign zu machen?« – »Ja, klar!«
»Wir sollten uns dazu mal ausführlich unterhalten.« – »Ja, unbedingt!«
»Ich würde Sie gerne mal in meinem Podcast interviewen.« – »Ja, sehr gerne!«

Im Laufe meiner Selbständigkeit ist mir eins bewusst geworden: Das Nein ist oft die wichtigere Entscheidung. Welche Tätigkeiten sind reine Zeitverschwendung? Welche Menschen rauben mir die Energie? Welche Erwartungshaltungen bringen mich von meinem Weg ab?

Verstehen Sie mich nicht falsch. Natürlich ist es wichtig, neue Kunden zu gewinnen, Ideen umzusetzen und seine Sichtbarkeit zu steigern. Aber die Auswirkungen einer schlechten Zusammenarbeit, einem Bauchladen voller Belanglosigkeiten und die ständigen Anrufe eines Energievampirs sind viel zu weitreichend, um sie zu ignorieren.

Eine wirkungsvolle Kommunikationsstrategie braucht klare Neins

Gerade Solo-Unternehmer und kleine Unternehmen fühlen sich oft durch die riesige Palette an Möglichkeiten überfordert. Wer alles mal halbherzig angeht, versinkt in der Belanglosigkeit. Für eine machbare Kommunikationsstrategie – gerade mit wenig Ressourcen – ist es elementar, auszusortieren. Welche Maßnahmen verursachen viel Aufwand und bringen zu wenig Wirkung? Welche Maßnahmen mache ich ungern und halbherzig? Welche Maßnahmen passen eigentlich gar nicht zu mir (zum Beispiel Interviews im falschen Umfeld)? Sobald ich meinen Auftritt vom Unrat befreit habe, kann ich mich auf die wirklich wirkungsvollen Dinge konzentrieren. Und das mit voller Energie.

Wir können nicht jeder vermeintlich guten Idee nachgehen. Wir müssen Prioritäten setzen, um die herausragenden Ideen verfolgen und auf die Straße bringen zu können. Das heißt auch, dass wir manch gute Idee wieder zurück in die Schublade legen oder uns ganz von ihr verabschieden müssen.

»Ich bin genauso stolz darauf, was wir nicht machen, wie auf das, was wir machen.« (Steve Jobs)

Ein Nein zum Einen ist immer ein Ja zu etwas anderem.

Das Nein kostet gefühlt immer wieder Überwindung. Wir stellen uns gegen den natürlichen Fluss und zeigen das Stopp-Schild. Tun wir das aber nicht, geben wir die Kontrolle über unser Leben und unsere Arbeit in andere Hände. Nur wenn ich selber bewusst entscheide und auch ein Nein durchsetze, behalte ich die Zügel in der Hand. Klare Entscheidungen geben Kraft, den eigenen Weg zu gehen.

Es geht darum, den Fokus auf das wichtigere Ziel zu setzen. Dann fällt die Entscheidung für das Nein einfacher.

Ich will das wichtige Konzept ausarbeiten – also muss ich den Energievampir am Telefon bremsen. Ich will endlich diesen großen Wunschkunden ansprechen – also muss ich unrentable Zeitfresser abschütteln. Ich will mehr Zeit mit der Familie verbringen – also unterbinde ich sinnlose Meetings. Und aus aktuellem Anlass: Ich will den Blogbeitrag fertig schreiben – also muss ich Twitter schließen.

Wer sich seiner Prioritäten bewusst ist, schafft mit einem Nein Freiraum für Neues und Wichtigeres.

Meine 5 wichtigsten Neins als Selbständiger

Welche Neins sind für Ihr Business wichtig? Wo fällt es Ihnen besonders schwer Nein zu sagen? Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.

Porträt Sascha Theobald

Sascha Theobald

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Als Sparringspartner für Positionierung und Kommunikation helfe ich Unternehmen, zum Leuchtturm im Meer der Austauschbarkeit zu werden. Seit 20 Jahren bin ich im Marketing unterwegs – im 15. Jahr selbständig.
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Kommentare

  1. Eddy  23. April 2015 um 13:15 Uhr

    Gefällt mir sehr gut, dieser Artikel: klar Stellung beziehen, auf den Punkt kommen und Tacheles reden. Ich liebe es!

  2. Angelika Eder  23. April 2015 um 14:16 Uhr

    Sehr schön geschrieben, Herr Theobald! Sie sprechen mir absolut aus dem Herzen. Ergänzen kann ich um einen Punkt, der für mich den mit Abstand wichtigsten Output aus den ständigen ja/nein-Entscheidungen darstellt: Die klare Aufgeräumtheit im eigenen Kopf!

  3. Sascha Theobald  23. April 2015 um 22:49 Uhr

    Vielen Dank, Eddy!

    Auch Ihnen vielen Dank, Frau Eder. Ja, ein aufgeräumter Kopf ist wichtig und gibt Kraft.

  4. Christian Püttjer  27. April 2015 um 15:12 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch zu 10 Jahren Selbstständigkeit 🙂 Habe selber bereits über 20 Jahre hinter mir und kann nur zustimmen: „Nein“ sagen ist unverzichtbar fürs Fokussieren auf die wirklichen Ziele, das beherrschen leider auch viele Angestellte kaum 🙁
    Wer Burnout vorbeugen möchte, siehe auch: http://www.karriereakademie.de/karriereblog/nein-sagen-im-job-selbstbewusster-auftreten

  5. Michael Meckelein  3. Juni 2016 um 11:36 Uhr

    „Das Nein ist oft die wichtigere Entscheidung“, das sehe ich ganz genauso. Und Ihren 5 Neins kann ich nur zustimmen. Toller Artikel!

    Für mich ganz wichtig: Nein zu einem 24 Stunden Arbeitstag. Auch keine 16 oder 12.

    • Sascha Theobald  5. Juni 2016 um 23:06 Uhr

      Danke, Herr Meckelein. Ja, das Nein zu endlosen Arbeitstagen ist wichtig. Wenn man es vernachlässigt, wird man es früher oder später merken.

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