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06.07.2016 Digitale Kommunikation Autor: Sascha Theobald

SEO: Bilder fürs Blog optimieren

Fotos haben eine enorme Wirkung in Blogs. Sie vermitteln Stimmung und Leben. Neben der Auswahl des richtigen Motivs sollten sich Blogger auch um eine vernünftige Aufbereitung kümmern. Mit diesen Kniffen holen Sie für Besucher und Suchmaschinen mehr aus Ihren Bildern.
Stapel Fotos auf Notizbuch

Bilder senden eine schnelle Botschaft an den Leser. Sie sind ein wichtiges Element für ein lebendiges Blog. Wer die Bildsprache bewusst gestaltet, kann eine besondere Atmosphäre und damit einen echten Wiedererkennungswert schaffen. Dazu lockern Sie Texte auf und stützen die Aussage des Beitrags.

Warum Bildmaterial für Suchmaschinen optimieren?

Wenn wir von Suchmaschinenoptimierung sprechen, denken viele erst mal an die allgemeine Textsuche bei Google. Weniger Beachtung findet die Möglichkeit, auch gezielt Videos, Shops oder Bilder zu durchforsten. Als Benutzer kennen wir diese Funktionen – als Blogger werden diese Bereiche oft vernachlässigt. Optimierte Bilder fördern nicht nur Ihre Platzierung in der Textsuche. Sie sind auch ein Kontaktpunkt, um von potenziellen Kunden direkt über die Bildersuche gefunden zu werden. Ein interessantes Puzzlestück für Ihre digitale Auffindbarkeit. Und auch wenn es heute viel mehr Suchmaschinen gibt (neben Bing, Yahoo & Co. zum Beispiel auch YouTube, Amazon oder Pinterest), möchte ich mich in diesem Beitrag auf Google konzentrieren.

Bevor wir uns nun in die Einzelheiten stürzen, möchte ich noch auf etwas hinweisen: Optimieren Sie Ihre Bilder nicht primär für Google. Machen Sie sich bitte erst mal Gedanken darüber, wonach die für Sie relevanten Menschen suchen, was ihre Fragen und Probleme sind. Google ist nur ein Vehikel, um diese Menschen zu erreichen. Ich sehe viel zu oft, dass »Traffic generiert wird« ohne dass es auch zu entsprechenden Aufträgen kommt. Nicht die Anzahl der Klicks ist entscheidend, sondern dass die richtigen Menschen Sie im richtigen Moment finden.

Die Optimierung der Bilder gehört in den Bereich OnPage-SEO. Dass sind die Maßnahmen, die Sie auf der Website selber umsetzen, um Ihre digitale Auffindbarkeit zu unterstützen. Werden sie ordentlich umgesetzt, profitiert auch der Besucher direkt auf der Website – zum Beispiel durch schnelle Ladezeiten.

Hier finden Sie Bilder fürs Blog

Es gibt viele Quellen für mehr oder weniger gute Fotos, die Sie im Blog nutzen können. In der Regel sind die nicht mal teuer. Stolperfallen lauern aber in den Nutzungsbedingungen. Je nach Anbieter gibt es Einschränkungen zum Beispiel für die Verwendung in Social Networks und strenge Vorgaben für den Urheberhinweis.

Gerade wenn es um das Thema Nutzungsrechte geht, sind Fotos aus dem eigenen Bestand die sicherste Variante. Bis auf wenige Einschränkungen (Persönlichkeitsrecht, Urherberrecht von Bauwerken etc.) können Sie das Material verwenden, wie sie möchten. Wenn Sie gut zeichnen können, können Sie auch eigene Zeichnungen in Beiträgen nutzen. Individueller geht es wohl kaum.

Anbieter wie Fotolia, Pixabay, Photocase & Co. bieten eine riesige Auswahl lizenzfreier Fotos. Lizenzfrei heißt aber nicht, dass es die Fotos kostenlos gibt oder sie frei von Rechten wären. Je nach Motiv und benötigter Größe werden meist wenige Euro Lizenzgebühr abgerechnet. In der Regel muss der Urheber des Fotos in der Nähe des Fotos genannt werden. Beachten Sie hier aber die individuellen Nutzungsbedingungen je Anbieter, um eine teure Abmahnung zu vermeiden.

Eine dritte Variante sind Fotos aus freien Quellen unter Creative-Commons-Lizenz. So kann man zum Beispiel PixabayWikimedia oder Flickr nach Bildern unter CC-Lizenz durchstöbern. Dieses Material darf frei verwendet werden. Aber auch hier gibt es Anforderungen, die beachtet werden müssen. Es gibt verschiedene Lizenzen, die die Nennung des Urhebers, die Bearbeitung des Materials und die kommerzielle Nutzung regeln.

Es geht um Wirkung

Ein großer Fehler, den ich bei Bloggern häufig beobachte, ist die Foto-Frage primär aus Sicht des Preises zu betrachten. Wo bekomme ich unkompliziert günstige oder kostenlose Fotos her? Ich kann die Ursache dieser Herangehensweise verstehen. Gerade kleine Unternehmen haben wenig Zeit übrig und manchen ist das Thema lästig.

Trotzdem tun wir besser daran, die Frage aus der Perspektive der Wirkung zu betrachten. Wie schaffe ich eine ansprechende Bildsprache, die sich von anderen Blogs abhebt? Welche Stimmung möchte ich vermitteln? Wie schaffe ich über Bilder einen Widererkennungswert? So wird schnell klar, welche Rolle die Auswahl der Bilder für den Erfolg eines Blogs haben kann.

Denken wir dann noch einen Schritt weiter Richtung Suchmaschinen – und darum soll es ja in diesem Beitrag gehen – wird schnell deutlich, dass schlechte oder mittelprächtige Fotos keine guten Chancen haben, Interessenten über die Google Bildersuche anzuziehen. Auf welche Fotos klicken Sie? Auf die aussagekräftigen, besonderen und schönen Bilder. Es lohnt sich also, einen kleinen Moment länger nach guten Fotos zu stöbern.

Urheberrecht, Nutzungsbedingungen und andere Stolperfallen*

Was jeder Blogger im Blick haben sollte, ist das Urheberrecht. Verstoßen Sie dagegen oder kommen den Nutzungsbedingungen der Bildagentur nicht nach, kann das ärgerlich und teuer werden.

Das Wichtigste zuerst: Nutzen Sie keine Bilder ohne Einverständnis des Urhebers. Sie dürfen weder Bilder aus der Google Suche noch von fremden Websites übernehmen. Auch das direkte Einbinden von fremden Servern (Hotlinking) und das direkte Verlinken auf ein Bild sind verboten. Das gilt natürlich auch für andere urheberrechtlich geschützte Materialien. Schon beim Einbinden von Logos als Referenzen, sollten Sie sich eine Erlaubnis einholen.

Das Urheberrecht betrifft aber nicht nur das Foto selber. Auch zum Beispiel Bauwerke oder Lichtinstallationen können urheberrechtlich geschützt sein. So dürfen Sie den Eiffelturm mit seiner typischen nächtlichen Licht-Installation nicht kommerziell nutzen.

Ein Punkt, der gerade in den Social Networks gerne mit Füßen getreten wird, sind die Persönlichkeitsrechte. Sie dürfen Fotos von anderen Menschen nicht ohne deren Erlaubnis verwenden. Ausnahmen sind zum Beispiel öffentliche Veranstaltungen.

Wenn Sie Fotos aus fremden Beständen, zum Beispiel einer Foto-Datenbank, nutzen, sollten Sie sich die Nutzungsbedingungen anschauen und befolgen. Eine Quellenangabe am Foto ist bei den meisten Anbietern Pflicht. Je nach Anbieter gibt es unterschiedliche Anforderungen, wie die Angabe erfolgen muss. Reicht bei einigen ein Hinweis im Impressum, bestehen viele Anbieter auf eine Kennzeichnung direkt am oder im Foto.

Weitere Infos finden Sie zum Beispiel drüben beim Rechtsanwalt Schwenke.

Bild bearbeiten

Immer wieder sehe ich in Blogs Bilder, die in ihrer Originalgröße hochgeladen wurden und dann per CSS auf die tatsächlich genutzte Größe verkleinert werden. Gerade im Hinblick auf die Dateigröße und damit auf die Ladezeit ist das nicht sinnvoll.

Bereiten Sie Bilder in einem Bildbearbeitungsprogramm auf, bevor Sie diese in WordPress hochladen. Welches Programm Sie dafür nutzen, bleibt Ihren Vorlieben überlassen. Als Webdesigner nutze ich Photoshop – die Lösung ist aber für viele Blogger zu groß und teuer. Es gibt aber mit Photoshop Elements eine abgespeckte Version, die für den Web-Bereich völlig ausreichend ist. Ich bevorzuge Photoshop, weil es mit der Funktion »Für Web und Geräte speichern« eine effektive Möglichkeit gibt, Bilder optimal abzuspeichern. Photoshop bietet wichtige Stellschrauben z.B. zur Komprimierung und produziert sehr kleine Dateien.

Sie haben viele Möglichkeiten, Ihre Bilder zu bearbeiten – von Kontrast, über Helligkeit bis hin zu Effekten. Das soll aber hier nicht unser Thema sein. Wichtig ist, dass Sie den gewünschten Bildausschnitt wählen und das Motiv auf seine Endgröße zuschneiden. Damit ist die Größe gemeint, in der das Motiv dann im Blog abgebildet werden soll. Hier im Blog nutze ich Artikelbilder in der Größe 840 x 420 Pixel. Ich schneide das Bild in Photoshop genau auf diese Größe zu. Damit reduziere ich die Dateigröße schon mal ein ganzes Stück.

Wie speichern Sie Bilder sinnvoll ab?

Für das Web haben sich drei Dateiformate für Bildmaterial etabliert. Je nach Verwendungszweck bieten JPEG, GIF oder PNG klare Vorzüge. Die Wahl des richtigen Dateiformates ist ausschlaggebend für Qualität und Dateigröße der Abbildung.

Fotos
Die beste Balance zwischen Qualität und Dateigröße erreichen Sie, wenn Sie normale Fotos als JPEG abspeichern. Das Format kann bis zu 16,7 Millionen Farben darstellen. Die Komprimierung ist verlustbehaftet. Sie sollte also darauf achten, die Datei nicht zu stark zu komprimieren  – ansonsten wirkt das Bild schnell pixelig.

Beispiel Foto als JPEG abgespeichert

Logos, Illustrationen und Infografiken
Grafiken mit maximal 256 Farben werden besser als GIF oder PNG-8 gespeichert. Es bietet scharfe Kanten und klare Farben. Durch die verlustfreie Komprimierung erreichen Sie eine hohe Qualität bei geringer Dateigröße.

Beispiel Logo als PNG 8 abgespeichert

Bild oder Logo mit transparentem Hintergrund
Über das Format PNG-24 können Sie bis zu 16,7 Millionen Farben abbilden und eine saubere Kante zum transparenten Hintergrund darstellen. So können Sie zum Beispiel ein Logo komplett vom Hintergrund befreien, mit transparentem Hintergrund abspeichern und auf der Website auf einen beliebigen Hintergrund setzen.

Beispiel Logo mit transparentem Hintergrund

Bilder komprimieren – für schnelle Ladezeiten

Ist Ihr Blog lahm, nervt das Besucher und Suchmaschinen. Potenzielle Kunden klicken schnell zum Wettbewerb. Google straft Sie ab und sortiert Ihren Eintrag nach unten. Es lohnt sich also doppelt, auf die Komprimierung des Bildmaterials zu achten.

Bei der Komprimierung werden Informationen aus dem Dokument entfernt. Bei der verlustfreien Komprimierung sind das nur Informationen, die keine Auswirkung auf die Qualität der Abbildung haben. Bei der verlustbehafteten Variante leidet die Qualität je stärker Sie komprimieren. So müssen Sie zum Beispiel bei Fotos, die Sie als JPEG abspeichern, den Qualitätsfaktor wählen. Es gilt einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße zu finden. Beim JPEG ist dies in der Regel bei rund 60% der Fall. Ein Blick auf die Vorschau bringt Ihnen für den konkreten Einzelfall Gewissheit.

Nachdem Sie das Bild abgespeichert haben, können Sie mit einem zusätzlichen Tool noch die letzten unnötigen Kilobyte rausquetschen. Die kleinen Programme gibt es für die verschiedenen Betriebssysteme oder als Online-Variante. Ich nutze am Mac ImageOptim und spare damit im Schnitt rund 20% Datenvolumen ein. Sie schieben die Bilder einfach aufs Icon oder ins geöffnete Fenster und alles weitere läuft automatisch. Das Tool ersetzt das Original-Dokument mit der komprimierten Version. Die Alternativen TinyJPG bzw. Compressor.io lassen sich direkt im Browser verwenden.

Dateinamen bewusst wählen

Viele Blogger schenken dem Dateinamen keine Beachtung. Da ist von »IMG38503.jpg« bis zu »bild3.jpg« alles dabei. Aber was sollen Suchmaschinen damit anfangen? Wenn Sie über Erdbeerkuchen schreiben und auf dem Foto einen leckeren Erdbeerkuchen zeigen, macht es Sinn, die Datei »erdbeerkuchen.jpg« zu nennen. Oder was glauben Sie der Suchmaschine mit »IMG239545.jpg« zu vermitteln?

Packen Sie passende Keywords in den Dateinamen. Füllwörter können Sie sich sparen. Einzelne Begriffe sollten Sie im Dateinamen – wie auch generell in URLs – voneinander trennen. Schreiben Sie also statt »blogsuchmaschine.jpg« besser »blog-suchmaschine.jpg«. Google bevorzugt hier Bindestriche statt Unterstriche – Sonderzeichen, Umlaute und Punkte sind sowieso tabu.

Alt-Text, Title und Bildunterschrift

Google ist blind. Google kann Bildmotive erkennen und sie zuordnen – aber noch nicht zuverlässig. Im Moment ist es sinnvoll, lesbare Informationen zum Bildmotiv zu hinterlegen. Neben einem aussagekräftigem Dateinamen gibt es noch weitere wichtige Faktoren.

Der Alternativtext (oft auch »Alt-Text«) wird hinterlegt, um das Motiv zu beschreiben. So kann Google verstehen, was auf dem Bild zu sehen ist. Neben Suchmaschinen profitieren auch sehbehinderte Menschen davon. Der Alternativtext wird von Screenreadern vorgelesen. Entsprechend habe ich auch die Anforderung für einen guten Alternativtext gelernt: Beschreibe das Bild kurz und prägnant so, wie Du es einem blinden Menschen beschreiben würdest. Der Alternativtext wird auch angezeigt, wenn das Bild nicht geladen werden kann – zum Beispiel durch eine fehlerhafte Datei oder bei Verbindungsproblemen.

Das Title-Attribute wird im Browser als Tooltip angezeigt, wenn Sie mit dem Mauszeiger über ein Bild fahren. In WordPress können Sie dieses Attribut ohne zusätzliches Plugin nicht mehr hinterlegen. Das macht aber auch nichts. Für Google reicht der Alternativtext aus. (PS: Das Feld »Titel« im WordPress-Backend dient nur internen Zwecken und wird nicht als »Title-Attribut« ausgegeben.)

In WordPress gibt es die Möglichkeit, eine Bildunterschrift zu hinterlegen. Diese wird je nach Theme direkt am Bild ausgegeben. Dieser kleine Textschnipsel sollte das Bild prägnant beschreiben, denn durch die Nähe zum Bild ist er für die Suchmaschinen sehr relevant.

Kontext, Baby!

Last, but not least: Es geht immer um Kontext und Relevanz für den Leser. Google schaut, wie das Bild und die dazu hinterlegten Infos in den Kontext passen. Eine stimmige Kombination signalisiert, dass sich Bild und Text gegenseitig stützen und den Wert für den Leser steigern. Letztendlich geht es Suchmaschinen immer um die beste Antwort für den Suchenden.

* Meine Infos zum Thema Urheberrecht dienen lediglich als erster Überblick. Bitte beachten Sie, dass ich keine Rechtsberatung geben darf. Die Infos in diesem Beitrag habe ich nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Es besteht jedoch kein Anspruch auf Richtigkeit. Bitte ziehen Sie bei Fragen einen Anwalt zu Rate.



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Porträt Sascha Theobald

Sascha Theobald

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