Krieg in der Ukraine: Was bedeutet das für Selbständige und ihr Marketing?

Krieg in Europa. Die Meldungen erschüttern und machen fassungslos. Wie können wir als Selbständige damit umgehen? Klar ist: Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. In diesem Beitrag teile ich meine Gedanken – speziell in Bezug auf die Konsequenzen für das Marketing.
Stop War © Sima Ghaffarzadeh – pexels.com

Lars Hahn schreibt auf Twitter: »Und jetzt ist gerade nicht die Zeit für Hey-Marketing, Personal Branding und kluge Newsletter. Ich tu mich schwer mit Business-as-usual, finde dass Pietät und Respekt vor der Trauer und Betroffenheit wegen des Ukraine-Krieges jetzt wichtiger ist.«

Lars Hahn im Tweet: »Und jetzt ist gerade nicht die Zeit für Hey-Marketing, Personal Branding und kluge Newsletter. Ich tu mich schwer mit Business-as-usual, finde dass Pietät und Respekt vor der Trauer und Betroffenheit wegen des Ukraine-Krieges jetzt wichtiger ist.«

In diesen Tagen ist der Krieg in der Ukraine das dominierende Thema – nicht nur in den Nachrichten, auch in den Social Media und persönlichen Gesprächen. Es gibt gefühlt kein anderes Thema mehr. Und dennoch ploppen zwischendurch immer mal wieder Social-Media-Posts auf und Newsletter trudeln ein, die fortfahren, als sei nichts gewesen.

Das ist natürlich nicht per se falsch, kann sich aber deplatziert und unangebracht anfühlen. Lars Tweet hat mir den finalen Stups gegeben, das Thema in einem eigenen Beitrag aufzunehmen. Auch wenn es mir nicht leicht fällt, meine Gedanken zu sortieren und die richtigen Worte zu finden.

Selbständige zwischen
Weltschmerz und Verantwortung

Putins Angriffskrieg macht fassungslos. Wir müssen hilflos zusehen, wie Lebensräume zerstört, Familien auseinandergerissen und Menschen getötet werden. Wir sehen unvorstellbares Leid. Dazu sehen wir, wie Putin das eigene Volk mit Zensur und Desinformationen täuscht. Demonstranten werden inhaftiert, jeder Widerstand wird im Keim erstickt. Und dazu die Gedanken an die Möglichkeit eines 3. Weltkrieges, die Sorgen und Ängste auslösen.

Vielen Selbständigen fällt es schwer, ihrer Arbeit konzentriert nachzugehen. Uns allen stecken Klimakatastrophe und zwei Jahre Pandemie in den Knochen. Viele haben um Umsätze gebangt, ihr Business umstrukturiert, neue Angebot geschaffen. Viele fühlen sich erschöpft und antriebslos. Und dann die Bilder aus der Ukraine. Krieg mitten in Europa.

Auf der anderen Seite tragen wir Selbständige eine Verantwortung. Für unser eigenes Business, unser Einkommen – aber auch für unsere Kund:innen und deren Projekte und Aufgaben. Keine einfache Situation. Viele schwanken zwischen »normal ist gerade kaum möglich« und »es muss weitergehen«.

Was Selbständigen helfen kann

Für Selbständige ist es wichtig, gut auf sich zu achten. Wir können uns nicht krankschreiben lassen und uns auf eine Lohnfortzahlung verlassen. Dass wir nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gesund bleiben, ist das Fundament für alles.

Ein erster Schritt ist es, sich einzugestehen, dass einen die Themen bewegen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es ist völlig in Ordnung, sich in Anbetracht der schrecklichen Meldungen schlecht auf die Arbeit konzentrieren zu können. Vieles wirkt gerade unwichtig. Man möchte schauen, wie man seine Haltung vertreten, seine Stimme erheben und helfen kann.

Was können Sie konkret tun?

Was der Krieg für Ihr Marketing bedeutet

Das Marketing bedarf gerade einer besonderen Sensibilität. »Business as usual« wirkt schnell unpassend. Es ist nicht einfach, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Was für die einen in Ordnung ist, wirkt auf andere pietätlos.

EDEKA hat das gerade am eigenen Leib erfahren. Mit der Anzeige »Frieden ist ein Lebensmittel« haben sie eine Diskussion ausgelöst. Ich unterstelle den Marketern eine gute Absicht – den Versuch, klar Haltung zu zeigen. Durch den Bezug zum eigenen Claim »Wir lieben Lebensmittel« hat es aber einen Beigeschmack. Es wirkt wie eine getarnte Marketingaktion für das eigene Unternehmen. Und das stößt für viele auf und wirkt falsch. Andere feiern die Solidaritätsbekundung und verstehen die Kritik nicht.

Es gibt keinen allgemeingültigen Weg in solchen Situationen. Ein richtig oder falsch ist schwer definierbar. Selbständige stecken in einer Zwickmühle. Sie müssen selbst definieren, wie ein für Sie richtiger und passender Weg aussieht. Dazu ist manchen schlicht nicht danach, in der Öffentlichkeit für das eigene Business zu kommunizieren.

Gedanken und Tipps:
Was können Sie jetzt tun? Was sollten Sie sein lassen?

Hilfe für Menschen aus der Ukraine

»Es gibt keinen Weg zum Frieden,
denn Frieden ist der Weg.«
(Mahatma Gandhi)

Veröffentlicht am 08.03.2022
Porträt Sascha Theobald

Autor: Sascha Theobald

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Ich unterstütze Selbständige dabei, sich klar zu positionieren. Damit sie in ihre Stärke finden, selbstbestimmt arbeiten und ihr Potenzial nutzen. Seit 20+ Jahren bin ich im Marketing unterwegs, seit 15+ Jahren selbständig.
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