Schreibblockade: 3 Tipps, mit denen Sie leichter ins Schreiben kommen

Sie wollen Ihre Reputation stärken und einen Sog aufbauen? Dann kommt es darauf an, Ihre Positionierung konsequent in die Welt zu tragen. Schreiben ist dafür elementar. In diesem Beitrag habe ich 3 Tipps zusammengestellt, mit der Sie der Schreibblockade ein Schnippchen schlagen.
Frau sitzt verzweifelt vor dem Notebook © Elisa Ventur – unsplash.com

Im dritten Teil des Positionierungsworkshops arbeite ich mit meinen Kund:innen auch an Wegen, Wunschkund:innen zu erreichen. Ein Wunsch steht dabei immer im Vordergrund: Einen Sog aufzubauen. Für sie ist es ein Grauen, den Menschen hinterherlaufen zu müssen.

Die meisten meiner Kund:innen wollen dafür gerne mehr schreiben – zum Beispiel in einem eigenen Blog, aber auch für Gastbeiträge oder Interviews – und später einem eigenen Buch. Gerade für introvertierte Selbständige ist das Schreiben ein guter Weg, um sich Gehör zu verschaffen.

Das Problem: Im Alltag bleibt es oft beim Wunsch. Zum einen geben Selbständige dem Schreiben oft nicht die nötige Priorität. So versinkt der Wunsch im »wenn ich mal Zeit habe«. Auf der anderen Seite grüßt die Schreibblockade.

Warum ist Schreiben für Selbständige wichtig?

Sie können sich noch so tolle Dinge in Ihrem Kämmerlein ausdenken. Wissen die richtigen Menschen nichts davon, landen Sie in der Sackgasse. Eine klare Positionierung und eine Strategie können nur zu einem erfolgreichen Business führen, wenn Sie klar und konsequent kommunizieren.

Stellen Sie sich das wie die Brotkrumen bei Hänsel und Gretel vor. Wenn Menschen immer wieder über Ihre Brotkrumen stolpern, werden Sie früher oder später in Ihrem Topf landen. Nun gut, vermutlich wollen Sie Ihre Kund:innen nicht kochen. Aber Sie wollen sicherstellen, dass sie bei Ihnen auf der Matte stehen, wenn sie den passenden Bedarf haben. Ich nenne das die Brotkrumenstrategie.

Diese Brotkrumen können ganz unterschiedlich aussehen. Das können Blog-Beiträge sein, Interviews, Vorträge, Videos, Podcasts, Tweets oder ein Buch. Das Schreiben ist der entscheidende Stellhebel. Wer immer wieder seine Botschaft klar, verständlich und auf seine Art vermittelt, belegt eine klare Positionierung im Kopf der Menschen.

Wie entstehen Schreibblockaden?

Für Schreibblockaden kann es viele Gründe geben. In meiner Arbeit begegnet mir immer wieder die Angst vor Urteilen. Was denken Menschen, wenn Sie meine Texte lesen? Wenn Sie meine Ideen blöd finden? Kann ich überhaupt gut schreiben oder lachen mich die Menschen aus?

Ich begleite Kund:innen im Rahmen eines Text-Sparrings dabei, die Basis-Texte für die eigene Website zu schreiben. Mein Augenmerk liegt darauf, dass die Positionierung klar vermittelt wird, der Text lebendig und verständlich wird.

Ich erlebe immer wieder, dass sich Selbständige wünschen, klar und lebendig schreiben zu können. Aber sie bekomme es nicht hin und haben keine Idee, wie sie das schaffen sollen. Das wundert nicht: Wir lernen nicht, so zu schreiben – weder in der Schule noch im Job. Auch das blockiert.

Selbständige müssen sich darauf einlassen, das Schreiben neu zu lernen. Das ist nicht ganz einfach und funktioniert nicht von heute auf morgen. Tief verankerte Ansichten übers Schreiben müssen durch neue ersetzt werden. Das braucht Training – ohne geht es nicht. Aber schon nach kurzer Zeit lassen sich beachtliche Entwicklungen erzielen.

Schreibblockade? Das können Sie tun

Um besser schreiben zu lernen, gibt es keine Abkürzung. Es reicht nicht, Tipps und Anleitungen zu lesen. Es gibt nicht den einen Tipp, der einen Schalter umlegt. Sie lernen besseres Schreiben nur, indem Sie schreiben.

Der beste Tipp, um schneller und besser zu schreiben: Schreiben Sie regelmäßig! Am besten planen Sie jeden Tag zumindest einen kleinen Zeitraum ein – eine halbe Stunde reicht schon. So trainieren Sie Ihren Schreibmuskel. Sie lernen ins Schreiben zu kommen – auch wenn Ihnen nicht danach ist. Sie kommen immer leichter in einen Schreib-Flow.

Geben Sie dem Schreiben Priorität, damit Ihr Vorhaben im Alltag nicht vom Schreibtisch fällt. Etablieren Sie eine feste Schreibroutine und eliminieren Sie Ablenkungen. Schließen Sie alle Programme, schauen Sie nicht im Mails oder die Social Media. In der Schreibzeit gibt es nur Sie und Ihren Text.

Die folgenden drei Tipps haben mir sehr dabei geholfen, Schreibblockaden in den Griff zu bekommen und regelmäßiger zu schreiben. Diese Kniffe gebe ich auch an meine Kund:innen im Text-Sparring weiter. Ich strahle über beide Ohren, wenn sich nach kurzer Zeit die Schreibblockade löst und es wunderbar authentische Texte in die Welt schaffen.

Schreibblockade Tipp 1:
Schaffen Sie Klarheit!

Das weiße Blatt ist ein Ort der Möglichkeit, der Inbegriff des kreativen Freiraums. Für viele Schreibende ist es ein Schreckgespenst. Denn die ersten Worte sind die schwersten. Hier enden viele Texte, bevor sie wirklich gestartet sind.

Das Problem: Viele stürzen sich auf das leere Blatt, mit der Absicht, einen kompletten Text runterzuschreiben. Für die meisten ist das ein (zu großer) Brocken. Und selbst, wenn es dann klappt – man merkt es diesen Texten an. Ihnen fehlen eine klare Struktur und eine griffige Dramaturgie.

Mein Tipp: Packen Sie das leere Blatt erst mal zur Seite. Bevor Sie auch nur ein Wort schreiben, sollten Sie ein kurzes Konzept für Ihren Text erstellen. So sortieren Sie Ihre Gedanken und schaffen Klarheit. Eine gute Investition: Sie sparen sich Verirrungen im Schreibprozess und Ihr Text wird besser.

Das Konzept sollte nicht viel Zeit beanspruchen. 15–30 Minuten sollten reichen. Hier geht es nicht darum, jedes Details auszuarbeiten. Sie müssen das Konzept niemandem präsentieren. Es dient Ihnen nur zur Orientierung.

Wie gehe ich konkret vor?

Zu jedem Text lege ich in Evernote eine Notiz an. Alle Punkte für mein Konzept habe ich in einer Vorlage gespeichert. In der Notiz sammle ich vorab Gedanken und Inspirationen sowie Ideen für Überschrift und Bildmotive. Um meinen Text besser auf die Situation meiner Wunschleser:innen auszurichten, beantworte ich vier Fragen.

Daraus stricke ich mir abschließend ein Textgerüst. Ich definiere die Abschnitte des Textes und formuliere Zwischenüberschriften als erste Arbeitsversion. Zu jedem Abschnitt sammle ich erste Stichworte zu den Inhalten.

Das Textgerüst kopiere ich in mein Schreibprogramm. So starte ich nicht mit einem weißen Blatt und habe eine Startrampe für meinen ersten Text-Entwurf.

Meine 4 Fragen für zielgerichtete Texte

  1. Für wen schreibe ich diesen Beitrag? In welcher Situation?
    Umschreiben Sie in wenigen Sätzen die konkrete Situation des Wunschlesers. Um Resonanz zu erzeugen, hilft es, sich ein konkretes Gegenüber vorzustellen und für diesen Menschen zu schreiben.
  2. Was will ich bei Leser:innen mit diesem Beitrag bewirken?
    Was soll Ihr:e Wunschleser:in nach dem Lesen wissen? Was soll er bzw. sie verändern oder anpacken? Die Intention Ihres Beitrags prägt den roten Faden Ihres Textes und ist Grundlage für eine schlüssige Dramaturgie.
  3. Was sollen Leser:innen mitnehmen?
    Welche Erkenntnisse sollen hängen bleiben? Oft ergeben sich aus diesen Punkten im Textgerüst Abschnitte und Zwischenüberschriften. Achten Sie darauf, diese »Take-aways« als griffige Kernbotschaften zu platzieren.
  4. Was ist mein Marketing-Ziel für diesen Beitrag?
    Wollen Sie z. B. gute Platzierungen bei Google, bei LinkedIn geteilt werden oder Backlinks generieren? Je nach Ziel gibt es andere Anforderungen an Ihren Text. Meist ist es sinnvoll, sich auf ein Ziel zu fokussieren.

Schreibblockade Tipp 2:
Arbeiten Sie in Modulen!

Denken Sie daran, ein Haus zu bauen, fühlen Sie sich schnell überfordert. Konzentrieren Sie sich immer nur auf den nächsten Stein, wird es machbar.

Im Konzept haben Sie ein Textgerüst erstellt. Das erlaubt Ihnen, den Text modular auszuarbeiten. Sie arbeiten in kleinen Häppchen. Struktur und Dramaturgie stehen. Sie können sich einem Abschnitt widmen und alles andere ausblenden. So entwicken Sie einen Textabschnitt nach dem anderen, bis das Puzzle komplett ist. In welcher Reihenfolge Sie die Module ausarbeiten ist egal. Bei der Bearbeitung des Textes gehen Sie genauso vor.

Ein weiterer Vorteil: Sie können auch zwischendurch mal an Ihrem Text arbeiten. Sie haben eine halbe Stunde zwischen zwei Terminen? Oft reicht das, um einen Abschnitt zu formulieren oder zu überarbeiten.

Schreibblockade Tipp 3:
Trennen Sie Schreiben und Überarbeiten

Eine Erkenntnis, die ich bei amerikanischen Schreibcoaches aufgeschnappt habe, war ein wichtiger Gamechanger.

Es ist einfacher, einen schlechten Entwurf zu verbessern, als direkt einen tollen Entwurf zu schreiben.

Versuchen Sie im ersten Anlauf den perfekten Text zu schreiben, erhöht das den Druck enorm. Sie kämpfen ständig gegen das Perfektionismus-Monster. Die Schreibblockade ist vorprogrammiert.

An der Stelle rate ich meinen Kund:innen: Schreiben Sie den ersten Entwurf dreckig runter. Auch wenn ich dafür häufig ein Schmunzeln ernte – ich meine das sehr ernst. Versuchen Sie erst gar nicht, einen perfekten Text zu schreiben. Pflanzen Sie in Ihren Kopf: Der erste Entwurf ist Mist. Das ist nicht nur okay, sondern gewollt. Hier geht es darum, schnell Ideen aufs Papier zu bringen. Dieser Entwurf wird so nie veröffentlicht.

In dieser Phase geht es nicht um die perfekte Formulierung oder Rechtschreibung. Fehlen Ihnen Fakten oder suchen Sie nach dem passenden Wort? Nutzen Sie einfach Platzhalter. Dafür sollten Sie Ihren Schreibfluss nicht unterbrechen. Das fügen Sie einfach später ein.

Steht der Entwurf, gehen Sie in den Editier-Modus. Dem Gehirn fällt es leichter, einen Text zu überarbeiten als ihn zu schreiben. Sie merken schnell, dass es ab hier fluffiger läuft. Sie haben jetzt Material, mit dem Sie arbeiten können. Gehen Sie vom Groben ins Feine. Machen Sie Formulierungen rund, kürzen Sie und finden Sie bessere Worte. Erst zum Schluss kümmern Sie sich um Rechtschreibung und Grammatik.

Take-away: Tun Sie was gegen Ihre Schreibblockade!

Für Selbständige ist es wichtig, gut schreiben zu können. Trainieren Sie Ihren Schreibmuskel und nutzen Sie das Potenzial für Ihre Reputation. Bringen Sie Ihre Positionierung konsequent auf die Straße, schaffen Sie Aufmerksamkeit und gewinnen das Vertrauen passender Kund:innen.

Um Schreibblockaden zu lösen, sollten Sie vor dem Schreiben Klarheit schaffen und modular schreiben. Schreiben Sie Ihren ersten Entwurf »dreckig runter« und gehen Sie dann in den Editier-Modus. So lösen Sie die Handbremse und finden in Ihren Schreib-Flow.

Veröffentlicht am 12.06.2022
Porträt Sascha Theobald

Autor: Sascha Theobald

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