14.08.2019 Klar kommunizieren Autor: Sascha Theobald

Blog-Anfänger:
Das sind meine wichtigsten Tipps

Kleine Unternehmen und Selbständige können enorm von einem Firmenblog profitieren. Und dennoch tun sich viele schwer damit, diesen Weg konsequent zu gehen. Ich habe hier meine wichtigsten Tipps zusammengestellt, damit dieser Weg einfacher wird und sich auch wirklich lohnt.
Tipps für Blog-Angänger © Witthaya – Fotolia.com

Sie haben sich entschlossen, einen Blog zu starten. Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Ein Firmenblog ist ein wunderbares Instrument, um online Aufmerksamkeit und Vertrauen der Wunschkunden zu erreichen.

Jetzt wuseln Ihnen sicherlich 1.000 Dinge durch den Kopf. Es gibt eine Menge zu bedenken und zu tun. Aber keine Angst: Bloggen ist kein Hexenwerk. Meine Tipps sollen Ihnen helfen, den Start als Blogger zu vereinfachen und die wesentlichen Dinge im Blick zu haben. Damit Ihr Blog eine Erfolgsgeschichte wird.

Tipp #1
Entscheiden Sie sich konsequent fürs Bloggen!

Bevor Sie jetzt einfach drauflosbloggen, lassen Sie uns erst noch mal einen Schritt zurückgehen. Immer wieder nehmen Selbständige die Entscheidung für ein Firmenblog auf die leichte Schulter. Da wird mal eben ein Blog online gestellt und schon nach wenigen Wochen dümpelt das Ganze nur noch rum. Machen Sie diesen Fehler nicht!

Ein Blog macht Arbeit – und das kontinuierlich. Ein Blog ist ein Dauerlauf. Sind Sie wirklich bereit, regelmäßig Zeit zu investieren? Lautet die Antwort »Ja«, ist es wichtig, dass Sie dem eine Priorität geben und sich regelmäßig Zeit dafür reservieren. Das Blog darf im Alltag nicht hintenüber kippen. »Keine Zeit« ist eine Entscheidung. Und ohne regelmäßiges Zeitinvest wird es nicht funktionieren.

Machen Sie sich bewusst, was Sie mit Ihrem Blog erreichen wollen, verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, was Sie dafür brauchen und entscheiden Sie sich in aller Konsequenz dafür, diesen Weg zu gehen. Ein dümpelndes Blog wird Ihnen wenig bis nichts bringen und im Zweifel sogar negativ auf Besucher wirken. Dann sollten Sie es lieber bleiben lassen – es wäre verschenkte Energie. Es gilt zu entscheiden: Ganz oder gar nicht. Und dann gehen Sie All-in!

Tipp #2
WordPress & Co.: Haben Sie die Technik im Griff!

Gerade Solo-Unternehmer verzetteln sich gerne mit technischen Dingen. Provider, Domain, WordPress, Plugins, Theme – und was es da noch alles zu beachten gibt. Das kostet viel Zeit und verursacht auch gerne mal Ärger. Zeit und Energie, die Sie viel gewinnbringender in Ihr Unternehmen investieren können. Und wenn Sie sich zum Beispiel mit dem Thema Sicherheit nicht auskennen, wird sich das früher oder später rächen. Und glauben Sie mir: Der Knall kommt genau dann, wenn es gerade gar nicht passt (denn eigentlich passt es nie!).

Wenn Ihnen das Thema liegt und Spaß macht, fuchsen Sie sich ordentlich rein und halten sich auf dem Laufenden. Oder sie legen das Thema in kompetente (!) Hände und nutzen die Zeit für gute Inhalte und gute Gespräche mit potenziellen Kunden. Außerdem werden Sie ruhiger schlafen, wenn sich ein Profi um Sicherheit & Co kümmert – bevor es knallt.

Tipp #3
Das Webdesign muss sitzen!

Über das Thema Webdesign könnte ich ja stundenlang schreiben. Kurzfassung: Es ist wichtig. Und es geht nicht nur darum, dass das Blog schön anzusehen ist. Es muss zum Beispiel zu Ihrem Corporate Design passen und einen Wiedererkennungswert schaffen. Es sollte beim ersten Blick klar sein, dass das Blog ein Angebot aus Ihrem Hause ist.

Es ist wichtig, dass Ihr Blog klar strukturiert und aufgeräumt wirkt. Der Besucher soll alle Inhalte ohne Frust und Ärger finden können. Er soll sich nicht lange fragen, wie er denn jetzt die gewünschten Inhalte findet oder wie er nun das Pop-Up wieder schließen kann. Schließt der Besucher genervt Ihre Website, haben Sie einen potenziellen Kunden verprellt. So einfach ist das.

Ramschbude oder Experten – Webdesign prägt den Eindruck, den ein Mensch von Ihrem Unternehmen hat – noch bevor es Worte können. Denn auch Design sendet eine Botschaft. Nutzen Sie diesen Faktor und hinterlassen Sie einen professionellen, vertrauenswürdigen Eindruck.

Tipp #4
Kennen Sie das Themenspektrum Ihres Blogs!

Klar, Sie haben Ihr Kernthema über das Sie schreiben wollen auf dem Schirm. Das ergibt sich in der Regel aus Ihrem Fachgebiet und Ihrem Leistungsangebot. Aber belassen Sie für Ihre Themenplanung den Fokus nicht nur beim Kernthema. Ich empfehle Ihnen, einen Schritt weiter zu gehen und ein Themenspektrum aufzuspannen. Dazu gehen Sie vom Hauptthema in die nächste Stufe der Themenbereiche, diese bröseln Sie wieder in Bereiche auf usw. Wie Sie das ausarbeiten bleibt ganz Ihnen überlassen – so können Sie das zum Beispiel als MindMap oder als strukturierte Liste festhalten.

Wechseln Sie die Perspektive und blicken Sie durch die Wunschleser-Brille. Sie werden Themenbereiche finden, die für Ihre Wunschleser interessant sind und Ihr Kernthema perfekt ergänzen. Statt also nur über Ihr Kernthema Personal Branding zu schreiben, gehen Sie in den Bereich Fotos. Fotos sind ein interessanter Bereich im Personal Branding. Gehen Sie einen Schritt weiter und Sie landen z.B. bei Kleidung, Make-up oder Schmuck. So können Sie ein ganzes Netz an Themenansätzen entwickeln. Es hilft Ihnen, Themenbereiche – wie hier im Beispiel »Fotos im Personal Branding« – umfassend zu behandeln. Sie können sehr schön in verschiedenen Beiträgen auf verschiedene kleine Teilaspekte eingehen.

Die angrenzenden Themen, die außerhalb Ihrer Kernkompetenz liegen, können Sie wunderbar von Gastautoren behandeln lassen. Für Ihre Leser entstehen nützliche Inhalte, die Ihr Blog zu einer noch wertvolleren Anlaufstelle machen.

Wenn Sie Ihr Themenspektrum klar definiert haben, schärfen Sie die Antennen für gute Inhalte. Es hilft Ihnen, einfach spannendere Themenfacetten für Ihr Blog zu finden.

Tipp #5
Schaffen Sie wertvolle Inhalte!

Ein Firmenblog ist keine Resterampe für Pressemeldungen, halbherzige News und Selbstbeweihräucherungen. Wechseln Sie die Perspektive und schauen Sie, was für Ihre Wunschleser relevant und wertvoll ist.

Für Selbständige und kleine Unternehmen ist es oft sinnvoller, in wirklich guten Evergreen-Content zu investieren, statt auf die x-Artikel-pro-Woche-Maschinerie zu setzen. Dabei beantworten Sie konkrete Fragen tiefgehend, geben wertvolle Impulse oder ausführliche Tipps. Sie gehen ausführlich auf Frage und Situation eines Interessenten ein, liefern die bestmögliche Antwort und schaffen so zeitlos wertvolle Inhalte. Die Beiträge packen Sie immer mal wieder an, ergänzen sie, aktualisieren und optimieren die Inhalte. So haben Sie immer top-aktuelle Inhalte für Ihre Wunschleser.

Veraltete News und unaktuelle Informationen sind für Suchende ein echter Abtörner. Sind Ihre Inhalte für den Leser wirklich wertvoll, werden Sie als kompetente Anlaufstelle wahrgenommen. Sie stärken das Vertrauen in Ihre Marke und fördern, dass sich Menschen dauerhaft mit Ihnen vernetzen. Sie kommen zu Ihrem Fachgebiet fest auf den Radar dieser Menschen.

Tipp #6
Gehen Sie in die Tiefe!

Das Internet ist voller oberflächlicher Beiträge. Da finden Sie immer wieder die selben Tipps und Erfolgsgeheimnisse, die üblichen Parolen und Plattitüden. Der Wert für den Leser bleibt überschaubar. Als Experte schaffen Sie sich einen Vorsprung, wenn Sie in die Tiefe gehen. Wenn Sie Themen aus verschiedenen Blickwinkeln und in verschiedenen Zusammenhängen betrachten. Statt bei großen Themen an der Oberfläche zu kratzen, sollten Sie sich lieber kleine Themenfacetten vornehmen und diese ausführlich behandeln.

Und haben Sie keine Angst, dass man Ihr Fachwissen klaut oder sich die Lösung selber strickt. Wissen ist in digitalen Zeiten unbegrenzt verfügbar. Wenn Suchende die Informationen nicht bei Ihnen finden, werden sie sie woanders finden. Sie haben aber durch das großzügige Teilen Ihres Wissens die Möglichkeit Ihre Kompetenz zu zeigen – und Ihre besondere Sicht auf Ihr Fachgebiet. Die Erfahrung zeigt, dass Sie im Fall der Anbietersuche im Kopf Ihrer Leser auf der Kurzwahltaste liegen. Sie haben ja ausführlich gezeigt, was Sie alles auf dem Kasten haben.

Tipp #7
Geben Sie Ihrem Blog eine straffe Struktur!

In vielen Blogs sind die Kategorien organisch gewachsen. Das Ergebnis ist ein Wildwuchs, der weder Ihnen noch Ihren Lesern nützt. Dabei sind die Kategorien eine wichtige Anlaufstelle, wenn sich Besucher einen Überblick über Ihr Themenspektrum machen und einzelne Themenbereiche gezielt ansteuern wollen. Fördern Sie das Stöbern zu Themen, die den Besucher in diesem Moment besonders interessieren. Das steigert die Verweildauer auf Ihrer Website (Positives Signal für die Suchmaschinen – SEO!) und der Leser taucht bequem in Ihre Welt ein.

Stellen Sie sich die Blog-Kategorien wie das Inhaltsverzeichnis eines Buches vor. Planen Sie die Struktur schon zum Start des Blogs, benennen Sie die Bereiche klar und griffig. Statt allgemeiner Begriffe (Tipps, Anleitungen, Allgmein, News, …) sollten Sie konkrete Themenbegriffe nutzen. Sie vermitteln klar und deutlich Ihr Fachgebiet und vereinfachen die Suche nach passenden Inhalten.

Zwar entwickeln sich die Kategorien mit der Zeit weiter und werden verändert – einem Wildwuchs Herr zu werden ist aber keine schöne Angelegenheit. Haben Sie eine klare Struktur, können Sie jeden Beitrag einer Kategorie zuordnen. Die Unsitte, dass Beiträge in möglichst viele Kategorien sortiert werden, macht es für den Besucher unübersichtlich.

Tipp #8
Haben Sie einen konkreten Wunschleser vor Augen!

Ein ganz besonders wichtiger Tipp – nicht nur für Blog-Anfänger. Und das gleich aus drei Gründen: Sie können passendere Inhalte erstellen, schlagen der Schreibblockade ein Schnippchen und schreiben lebendiger. Holen Sie sich einen konkreten Wunschleser vor Augen. Beschäftigen Sie sich kurz aber doch im Detail mit seiner Situation, seinem Problem und seinem Wunsch an diesen Beitrag.

Oft kommen Ideen für Blog-Beiträge aus dem Alltag. Ein Interessent hat eine Frage, ein Kunde ein Problem – mit Ihrem Beitrag können Sie diese Frage beantworten und damit auch für andere Interessenten wertvolle Antworten bieten. Sie schreiben nicht mehr nur allgemeine Inhalte aus Ihrem Themengebiet sondern beantworten konkrete Fragen und geben konkrete Hilfestellungen. Oft sehe ich Blog-Beiträge, die eigentlich für Kollegen und nicht für den Wunschkunden (einen Laien) geschrieben sind. Haben Sie diesen Wunschkunden ganz konkret vor Augen, wird Ihnen das nicht passieren.

Mit diesem konkreten Menschen und der konkreten Frage überwinden Sie Schreibblockaden. Stellen Sie sich einfach vor, diese Frage hat Ihnen dieser konkrete Mensch bei einem Telefonat gestellt und Sie antworten jetzt einfach aus der Situation heraus. Manchen hilft es, die Antwort erst mal per Sprachnotiz zu erfassen. Sie werden viel schneller und besser ins Schreiben kommen. Das Schreckgespenst löst sich recht schnell in Luft auf.

Und damit sind wir dann auch beim dritten Vorteil. Sie sind automatisch in einem Plauderton, wenn Sie dem konkreten Wunschleser antworten. Damit meine ich keine süffisanten Schwafeleien, sondern Ihren natürlichen Sprachstil. Lebendig und authentisch und eben kein Business- oder Marketingsprech. Wenn die ersten Interessenten beim Telefonat anmerken, dass sie sich Sie genau so vorgestellt haben bzw. dass Sie genauso klingen wie im Blog, werden Sie merken, wie wertvoll das für das Vertrauen ist.

Tipp #9
Machen Sie sich klar, was Ihr Leser mitnehmen soll!

Bevor Sie beginnen, einen Blog-Beitrag zu schreiben, sollten Sie sich klar machen, was Sie beim Leser bewirken wollen. Und zwar für jeden einzelnen Beitrag ganz konkret. Schreiben Sie sich das in ein bis zwei Sätzen auf und halten Sie sich dieses Ziel vor Augen. Welches Problem wollen Sie lösen? Was soll der Leser nach dem Lesen ändern? Was soll er verstehen? Welche neue Sichtweise wollen Sie vermitteln?

So richten Sie Ihre Inhalte ganz konkret auf diesen Nutzwert aus. Sie verhindern, dass Sie inhaltlich rumeiern. Ihre Beiträge werden für Ihre Wunschleser deutlich interessanter. Und ich bin davon überzeugt, dass Sie durch die bessere inhaltliche Ausrichtung bessere Chancen in den Suchmaschinen haben.

Tipp #10
Arbeiten Sie an Ihren Schreib-Skills!

Schreiben können irgendwie alle. Und doch: Kurze Sätze, knackige Zwischenüberschriften, aktive Sprache, … Es gibt so vieles, was Sie beachten können, um Ihre Texte besser zu machen. Und das ist heute wichtiger denn je. Bei der Masse der Texte, die Menschen online vorfinden, heben sich wirklich gut geschriebene Texte erfreulich aus der Masse ab. Durch eine gute Struktur, gut lesbare Sätze und lebendige Formulierungen animieren Sie dazu, Ihren Text komplett zu lesen. Das ist zum Beispiel wichtig für die Vermittlung Ihrer Mission, die Verweildauer (SEO-Rankingfaktor) und damit für Ihr Business.

Wenn ich heute auf meine ersten Blog-Beiträge zurückschaue, merke ich, wie viel sich bei mir in der Zwischenzeit getan hat. Ich schreibe heute anders und würde die alten Beiträge heute so nicht mehr veröffentlichen. Auch aus diesem Grund habe ich die meisten beim letzten Entrümpeln rausgeschmissen. Und dennoch haben diese Beiträge damals für mich funktioniert. Ich habe Kunden darüber gewonnen. Setzen Sie sich also nicht unter Druck. Geben Sie sich die Zeit, Ihre Schreibfähigkeiten zu entwickeln. Denn eins ist klar: Sie können nur durchs Schreiben besser werden. Übung macht auch hier den Meister. Und das Blog ist ein prima Rahmen dafür. Niemand erwartet hier Hochglanz-Texte.

Kleiner Zwischentipp: »Deutsch für Profis« und die weiteren Werke von Wolf Schneider sind wunderbare Lehrbücher und Inspirationen für Schreiberlinge.

Tipp #11
Schreiben Sie lebendig!

In vielen Köpfen geistert der Glaube, dass Texte »seriös« klingen müssen. Das hat dann oft die Folge, dass Texte staubtrocken, gefällig und hochgradig austauschbar sind. Bis hin zum verkappten Behördensprech ist mir da schon alles begegnet. Welche Menschen wollen Sie denn damit hinterm Ofen hervorlocken? Lebendig zu schreiben, außergewöhnliche Formulierungen zu nutzen und die eine oder andere Sprachregel zu brechen, ist für viele erst mal befremdlich. Aber genau das ist für Blog-Beiträge das Salz in der Suppe.

Lassen Sie Marketing- und Fachsprech hinter sich und kommunizieren Sie von Mensch zu Mensch. Das wird einfacher, wenn Sie Ihren konkreten Wunschleser genau vor Augen haben. Erzählen Sie ihm einfach, was Sie zu vermitteln haben.

Tipp #12
Zeigen Sie Haltung!

Sie sind Fachmensch auf Ihrem Gebiet. Sie haben eigene Erfahrungen und Ansichten. Sie haben einen eigenen Ansatz, eine Art und Weise, wie Sie Ihre Arbeit angehen. Ihr Blog wird gerade für potenzielle Kunden besonders interessant, wenn sie Ihre Haltung kennenlernen. Haltung heißt zum Beispiel auch, sich klar gegen Trends zu positionieren, Dinge kritisch zu hinterfragen oder auch mal zu polarisieren. Wenn Sie bestimmte Dinge nicht anbieten, weil Sie nicht an die Wirksamkeit glauben, sollten Sie das auch klar benennen. Ich habe das zum Beispiel im Beitrag »Instant Positionierung« gemacht.

Wenn Sie das Blog nutzen, um klar Ihre Haltung zu transportieren, werden Sie für Leser und potenzielle Kunden greifbar. Sie heben sich aus der Masse ab und erhöhen die Wahrscheinlichkeit passende Kunden anzuziehen. Resonanz ist das Stichwort. Ihre Inhalte werden automatisch einzigartig – weil Sie 100% Ihnen entsprechen und nicht bis zur Austauschbarkeit glattpoliert sind.

Tipp #13
Haben Sie Mut!

Es gibt Blog-Artikel, da hatte ich Bauchschmerzen beim Klick auf den Veröffentlichen-Button. Nicht weil ich mir keine Mühe gegeben hatte oder ich nicht hinter dem Inhalt stand. Meist weil ich entweder recht persönliche Einblicke gegeben habe und sich das komisch anfühlte. Oder weil ich mit klaren Worten Position bezogen habe und mir klar war, dass es Gegenwind geben könnte. Die Erfahrung hat gezeigt, dass genau diese Beiträge besonders gut ankommen. Warum? Weil Menschen es mögen, mehr über den Autor zu erfahren und echte Einblicke zu bekommen. Wenn Sie über persönliche Erfahrungen eines Selbständigen lesen, ist das viel interessanter als die x-te theoretische Abhandlung. Und gleiches gilt auch für Beiträge mit klarer Haltung – vielleicht sogar polarisierend. Der Autor wird greifbar, ermöglicht einen echten inhaltlichen Diskurs und bringt die Menschen wirklich weiter.

Daher mein Tipp für Blog-Anfänger: Wenn Sie Menschen wirklich erreichen wollen, klicken Sie auch auf veröffentlichen, wenn Sie Bauchschmerzen haben. Schleifen Sie Inhalte nicht so lange glatt, bis Sie nicht mehr greifbar sind. Denn so bewirken Sie nichts. So erreichen Sie Menschen nicht. Und so bleiben Sie bei diesen Menschen nicht im Gedächtnis.

Tipp #14
Werden Sie als Blogger sichtbar!

Gerade bei kleinen Unternehmen sehe ich immer wieder Blogs ohne erkennbare Autoren. Da wird das Blog eher als nüchterne Marketingmaßnahme gesehen und es werden unterkühlte Texte online gestellt. Ein Blog aber lebt von den Menschen hinter den Texten. Blog-Beiträge, die lebendig geschrieben sind, Erfahrungen und Haltung eines Menschen transportieren, erreichen Menschen viel besser. So schaffen Sie die Grundlage, eine intensivere Bindung zu potenziellen Kunden aufzubauen.

Ich empfehle, unter jedem Blog-Beitrag eine Autorenbox mit Foto zu platzieren. Dort sollte der Autor dieses Beitrags kurz vorgestellt werden. Sehe ich zu der Lektüre eines guten Textes, wer ihn verfasst hat und was sein Fachgebiet ist, kann ich mir das merken. Leser können sich emotional mit Menschen verbinden, wenn sie immer wieder über gute Inhalte dieses Autoren stolpern. Sie können sich mit diesem Menschen auch in den sozialen Netzwerken vernetzen. Genau das ist enorm wertvoll für Selbständige und Unternehmen.

Tipp #15
Verlinken Sie großzügig!

Viele Blogger geizen mit Links. Dabei basiert das ganze Internet auf dem Grundgedanken des Verlinkens. Und Sie als Blogger profitieren gleich mehrfach davon. Verlinken Sie Beiträge intern, geben Sie dem Leser passende, ergänzende Inhalte an die Hand. Auch Google belohnt passende interne Verlinkungen. Zeigen Sie doch, wie Inhalte zusammenhängen und wo sich wertvolle Themencluster bilden.

Ähnliches gilt auch für externe Links. Sie helfen dem Leser und sind für Google ein positives Signal, wenn der Link passt und eine wertvolle Ergänzung darstellt. Zusätzlich fördern Sie andere Blogger und damit einen wichtigen Grundgedanken der Blogospähre. Wer andere Blogger unterstützt, gewinnt Verbündete und erfährt auch selber diese Unterstützung. Gerade für Blog-Anfänger ist diese Unterstützung sehr wertvoll. Menschen, die Ihre Inhalte teilen und verlinken, verhelfen Ihnen zu einer Reichweite, die sie am Anfang selber noch nicht haben.

Tipp #16
Vernetzen Sie sich!

Nicht nur über gute Verlinkungen können Sie sich mit anderen Menschen vernetzen. Gehen Sie ins virtuelle Umland und knüpfen Sie Kontakte zu anderen Bloggern, zu Menschen auf Twitter, Facebook, Instagram oder wo auch immer. Hinterlassen Sie in anderen Blogs Kommentare. Auch offline gibt es Möglichkeiten, sich mit Menschen zu vernetzen – zum Beispiel auf Barcamps.

Sie werden schnell merken, wie wertvoll ein gutes Netzwerk ist. Gegenseitige Empfehlungen, Hilfe bei Fragen oder Problemen, Einblicke in Alltagsthemen, passende Kontakte oder einfach nur ein lockerer Austausch – ein Netzwerk ist für Sie da. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie offen und ehrlich auf Menschen zu gehen. Für ein gutes Netzwerk ist es immer wichtig die Balance aus Geben und Nehmen zu halten. Wer nur profitieren will, ist schnell außen vor – und das völlig zu Recht. Ich selber habe sehr gute Erfahrungen auf Twitter gemacht und darüber auch schon gebloggt.

Tipp #17
Vermarkten Sie Ihr Blog aktiv!

Ihr Blog ist eine Insel, auf der Sie erst mal alleine sitzen. Leser kommen nicht von selbst. Gehen Sie nach draußen und schaffen Sie Anknüpfungspunkte, so dass Wunschleser zu Ihrem Blog finden. Die Möglichkeiten sind groß. Das reicht von Beiträgen in den Social Media über E-Mail-Signaturen hin zum Newsletter, Gastbeiträgen oder Blogparaden.

Aber auch offline können Sie auf Ihr Blog aufmerksam machen: In Broschüren, als PS unter Briefen und Rechnungen (Bestehende Kunden sind dankbare Blogleser. Ein wunderbares Instrument der Kundenbindung und immer mal wieder Ansatz für neue Aufträge), auf Messeständen und in persönlichen Gesprächen. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Tipp #18
Kennen Sie die SEO-Grundlagen!

Gefühlt gibt es bei Bloggern zum Thema SEO zwei Lager. Die einen betreiben SEO als Raketenwissenschaft (und fühlen sich im schlimmsten Fall überfordert) – den anderen ist es schlicht egal. Beide Extreme sind gerade für Blog-Anfänger nicht empfehlenswert. Erst mal sollten wir klarstellen, dass die Meisten, wenn Sie von SEO reden, von Google-SEO sprechen. Es gibt noch viele andere Suchmaschinen, die vielleicht weniger präsent aber nicht unbedingt weniger sinnvoll sind. Aber hier soll es erst mal um Google-SEO gehen.

Es gibt einige SEO-Grundlagen, die Sie unbedingt im Blick haben sollten. Die korrekte Auszeichnung von (Zwischen-)überschriften, aussagekräftige URLs, Verlinkungen und eine gute Aufbereitung von Bildmaterial sind wichtige Beispiele. Ein gutes SEO-Plugin für WordPress (z. B. Yoast SEO) kann Ihnen auch ein paar Dinge abnehmen. Ebenso sollten Sie sich im Umgang mit Keywords vertraut machen. Immer wieder sehe ich, dass das zentrale Keyword nicht in der Überschrift oder in Zwischenüberschriften verwendet wird. Wie sollen Suchmaschinen und potenzielle Leser denn schnell genug merken, worum es in diesem Beitrag geht?

Haben Sie sich mit den Grundlagen vertraut gemacht, sollten Sie auch erst mal einen Haken dran machen. Das reicht, um am Anfang gut zurechtzukommen. Mit der Zeit können und sollten Sie sich dann in weitere Details einlesen – aber zum Start sollten Sie sich nicht überfordern.

Tipp #19
Haben Sie Geduld!

Für mich der kniffeligste Punkt. Hat man nicht vorher schon online eine Community aufgebaut, sendet man mit einem neuen Blog erst mal ins Leere. Klicks, Feedback oder gar Anfragen? Nope! Fehlanzeige!

Wer zum Start kein großes Budget in die Vermarktung stecken will, muss diese Durststrecke überwinden. Es dauert, bis ein Blog ans Laufen kommt und Wirkung entfaltet. Viele Blogger machen in dieser Zeit schlapp. Stellen Sie sich darauf ein, dass die ersten Monate wenig bis gar nichts passieren wird. Schreiben Sie auch für 5 Leser großartige Blog-Beiträge, knüpfen Sie online Kontakte und vermarkten Sie Ihre Inhalte. Kontinuität ist entscheidend. Ihr Blog und Ihre Leserschaft werden Schritt für Schritt wachsen. Wenn das Blog dann einmal Fuß gefasst hat, wird es einfacher. Sie werden sich toll fühlen, wenn die ersten Rückmeldungen und Kundenanfragen eintrudeln.

Bleiben Sie dran!

Tipp #20
Lassen Sie sich nicht wuschig machen!

Die optimale Textlänge, die perfekte Headline, die ulitmativen SEO-Hacks – von diesen Ratschlägen geistern viele durchs Netz. Einige davon sind gut – manche einfach nur Schwachsinn. Da qualmt der Kopf bevor man den ersten Satz geschrieben hat. Gerade Blog-Anfänger fühlen sich dadurch oft überfordert – denn es fehlt die Erfahrung, um diese Ratschläge ordentlich einsortieren zu können. Das macht den Blog-Start unnötig schwer und blockiert. Im schlimmsten Fall bringt es das Projekt »Firmenblog« komplett zu Fall – noch bevor es richtig gestartet ist.

Es ist wichtig, sich ins Thema einzuarbeiten. Keine Frage. Ich empfehle Ihnen, sich einige wenige vertrauenswürdige Profis auf den Schirm zu holen und sich deren Bücher, Blogs oder Podcasts zu widmen. Gute Profis erkennen Sie daran, dass sie keine pauschalen Ratschläge und keine ultimativen Erfolgsformeln propagieren. Sie führen Sie in Themen ein, geben Ihnen Einblicke und erklären die Möglichkeiten, Vorteile und Stolperfallen. Sie geben Ihnen Tipps und Impulse – geben Ihnen aber den Raum, Ihren eigenen Weg zu gehen.

Machen Sie aber einen Cut bevor Sie die ganzen Infos und Ratschläge wuschig machen. Bloggen ist keine Raketenwissenschaft. Es ist wichtig eine stabile Grundlage zu schaffen und dann einfach zu starten. Sie werden zum Start nicht das vermeintlich »perfekte« Blog in die Welt schubsen. Ein Blog ist aber eben auch deswegen so toll, weil es den Raum gibt, sich weiterzuentwickeln. Und das dürfen Sie gerne einplanen und nutzen.

Ein gutes Firmenblog braucht Herzblut,
keine Raketenwissenschaft

Ein Firmenblog zu starten ist ein wichtiger Schritt. Lassen Sie sich von den unzähligen Ratschlägen und ihren eigenen Ansprüchen nicht unterkriegen. Wichtig ist, das Sie es einfach machen. Dass Sie bereit sind Herzblut zu investieren und konsequent Ihren Weg zu gehen. Ein Blog ist Arbeit und braucht Zeit. Wenn Sie mit Herzblut dabei sind, wird es Ihnen Spaß machen und Sie werden schnell merken, wie wertvoll das Blog für Sie und Ihr Business geworden ist.

Porträt Sascha Theobald

Sascha Theobald

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Als Sparringspartner für Positionierung und Kommunikation helfe ich Unternehmen, zum Leuchtturm im Meer der Austauschbarkeit zu werden. Seit 20 Jahren bin ich im Marketing unterwegs – im 15. Jahr selbständig.
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